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Christian Streich: Kritik an Donald Trump und AfD nach Sturm aufs Kapitol

Freiburg-Coach mit starken Sätzen

Christian Streich kritisiert Donald Trump und die AfD

01.11.2020, Baden-Württemberg, Freiburg im Breisgau: Fußball: Bundesliga, SC Freiburg - Bayer Leverkusen, 6. Spieltag, Schwarzwald-Stadion. Freiburgs Trainer Christian Streich steht vor dem Spiel im Stadion. Foto: Tom Weller/dpa - WICHTIGER HINWEIS:
Christian Streich äußert mahnende Worte nach dem Sturm auf das Kapitol in den USA.
hak, dpa, Tom Weller

SC-Trainer spricht mahnende Worte

Christian Streich ist bekannt dafür, dass er auf Pressekonferenzen nicht immer nur über Fußball redet. Wie kaum ein anderer Mensch im Profifußball positioniert er sich gerne bemerkenswert deutlich und klar zu politischen Themen. Zum Sturm auf das Kapitol findet er mahnende Worte.

Streich nicht überrascht: „Habe es so erwartet“

Streich betrachtet den Sturm von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington auch als Warnung für die politische und gesellschaftliche Lage in Deutschland. „Es muss eine Warnung sein für uns alle - auch in unserem Land“, sagte der Coach der Freiburger. „So schlimm es ist, vielleicht hilft es uns sogar, wenn wir diese Bilder sehen, um zu wissen, wie schnell es in so eine Richtung gehen kann.“

Angesichts dessen, was er „aus der Geschichte der letzten paar hundert Jahre und des 20. Jahrhunderts gelernt habe, überrascht mich das, was in Amerika jetzt passiert, nicht“, erklärte Streich weiter. „Ich habe es ehrlicherweise so erwartet.“ Man müsse „nur genau hinschauen, was passiert ist in diesem Land, wie dieser Rassist und Menschenfeind begleitet wurde von nicht wenigen Leuten, auch aus der politischen und wirtschaftlichen Elite. Wie er unterstützt wurde.“

Streich: Dürfen nicht nur die ganze Zeit nach Amerika schauen

Daher gebe es „nicht einen Schuldigen, sondern viele in der Führung der USA, die jetzt verantwortlich dafür sind, dass Menschen sterben, dass ganz, ganz viele schon gestorben sind zum Beispiel bei Corona, und dass es weiter einen furchtbaren Rassismus in diesem Land gibt." Es sei aber wichtig, „nicht die ganze Zeit nur nach Amerika zu schauen“, sagte Streich.

„In unserem Land, in einer demokratisch gewählten Partei werden Hetzparolen verbreitet und werden Leute in Gebäude geschleust, die Sinnbild für unsere Demokratie sind, Parlamentarier werden bepöbelt und angegriffen. Das ist passiert vor ein paar Wochen.“ Streich spielt offensichtlich auf einen Vorfall an, bei dem Besucher auf Einladung der AfD in den Reichstag kamen und dort ohne Begleitung durch den Abgeordneten-Bereich zogen - und Politiker und Mitarbeiter belästigten.

Wo es möglich sei, müsse man Zivilcourage zeigen. „Man sieht jetzt in Amerika wie schnell es gehen kann, dass sogar das Unfassbare möglich wird. So wie diese Person befeuert und unterstützt wurde, auch von einer sogenannten rechten Intelligenz, musst du dich nicht wundern, dass es jetzt Tote gibt und dass das Zentrum der Demokratie in terroristischer Art und Weise angegriffen wird.“

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Streich will mit Freiburg gegen Köln "ein Fundament" schaffen

Trotz seines politischen Interesses lässt sich der Freiburg-Coach aber natürlich nicht von der Bundesliga ablenken. Am Samstag spielt sein Team gegen den 1. FC Köln ( ab 15:30 Uhr im RTL-Liveticker ).

Dabei sieht Streich eine „große Möglichkeit, etwas zu festigen und ein Fundament zu legen. Aber wir müssen uns darüber bewusst sein, was das für eine Arbeit wird“, sagte der Trainer, dessen Team mit 20 Punkten im sicheren Tabellenmittelfeld steht. Köln sei "engagiert, lauffreudig und lebendig. Es ist viel von der Tagesform abhängig“.

Quelle: ntv.de/dpa/SID