Überraschende Kehrtwende im Prozess in Puerto Rico

Kleinkind stürzte von Kreuzfahrtschiff: Großvater von Chloe (†1) will sich schuldig bekennen

Die kleine Chloe fiel aus einem Fenster auf einem Kreuzfahrtschiff.
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27. Februar 2020 - 11:49 Uhr

Salvatore Anello droht eine Gefängnisstrafe

Die 18 Monate alte Chloe aus dem US-Bundesstaat Indiana stürzte von einem Kreuzfahrtschiff in den Tod. Ihr Großvater passte auf das Mädchen auf, als das Unglück im Hafen von Puerto Rico passierte. Bislang hat Salvatore "Sam" Anello abgestritten, für den Tod des Mädchens verantwortlich zu sein. Jetzt zeichnet sich eine Kehrtwende ab.

"Diese Entscheidung war für Sam und die Familie unglaublich schwierig"

Anellos Anwalt Michael Winkleman erklärte überraschend, dass sein Mandant seine Verantwortung nicht mehr länger abstreite und sich schuldig bekennen werde, berichtet die "Daily Mail". "Diese Entscheidung war für Sam und die Familie unglaublich schwierig", so Winkleman. Durch ein Übereinkommen erspare dieser Schritt seinem Mandanten jedoch eine Gefängnisstrafe. "Das Übereinkommen ist das Beste für die Familie, damit sie mit diesem fürchterlichen Kapitel abschließen und sich auf die Trauer um Chloe konzentrieren kann."

Im Falle einer Veurteilung wegen fahrlässiger Tötung droht Anello in Puerto Rico eine mehrjährige Haftstrafe. Weil das Schiff im Hafen von Puerto Ricos Hauptstadt San Juan lag, als das Unglück passierte, muss sich Anello auch dort vor Gericht verantworten. Anello müsse seine Erklärung jetzt noch vor einem Richter in Puerto Rico ablegen. Dem Bericht zufolge könnte die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden, damit Anello sie in seiner Heimat Indiana verbüßen kann. Chloes Großvater hatte ausgesagt, er habe das Mädchen auf eine Fensterbank gehoben. Ihm sei nicht klar gewesen, dass das Fenster offen war. Im nächsten Moment sei seine Enkelin schon gefallen.

Familie sieht Schuld trotz Geständnis bei Kreuzfahrtgesellschaft

Die Eltern des kleinen Mädchens geben der Kreuzfahrtgesellschaft die Schuld an dem Unglück - daran ändert auch das Geständnis des Großvaters nichts. Chloes Eltern verklagten "Royal Caribbean Cruises", weil sie in dem offenen Fenster einen Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften sehen. Darauf hatte die Kreuzfahrtgesellschaft reagiert und Aufnahmen einer Überwachungskamera vorgelegt. Im Video zeigen wir Ausschnitte daraus. Darauf soll zu sehen sein, wie Anello zuerst selbst seinen Kopf aus dem Fenster streckt, dann seine Enkelin hochhebt und aus dem Fenster hält. Dabei sei ihm das Mädchen entglitten und abgestürzt, meint die Reederei.

"Weil Herr Anello sich selbst aus dem Fester lehnt, war er sich im Klaren darüber, dass das Fenster offen war", zitiert der Sender "CBS News" aus Unterlagen, die die Rederei dem zuständigen Gericht vorgelegt hat. Offenbar ließ der Großvater das Mädchen im Juli 2019 bewusst eine ganze Weile lang in 46 Metern Höhe aus dem Fenster baumeln.

Die Eltern des Mädchens waren dagegen sicher, dass Chloes Großvater ihre Tochter niemals wissentlich in Gefahr gebracht hätte. Das Video lässt nun Zweifel daran aufkommen. Der Tod des Mädchens sei eine Tragödie, zitiert der Sender die Kreuzfahrtgesellschaft, aber der Großvater trage die alleinige Verantwortung für das Unglück.