Chinesische Touristenattraktion: Foto-Alarm an der Grenze zu Nordkorea

15. August 2017 - 15:24 Uhr

Volle Touristenboote auf dem Grenzfluss Jalu

Nur ein Fluss trennt die Volksrepublik China von Nordkorea. Auserwählte chinesische Touristen können mit Booten über den Grenzfluss Jalu fahren und sich dem armen Nachbarland etwas nähern. Seltene Eindrücke von der Grenze zu Nordkorea sehen Sie im Video.

Kontrollierte Eindrücke

Die Bootsfahrt ist für die Touristen aus China eine Attraktion. So nah kommen sie Nordkorea sonst nie. Denn die Einreisebedingungen sind sehr streng. Die Eindrücke, die die Touristen vom Fluss aus von dem Land erhaschen können, sind durch die Regierung bestimmt. Alles wird streng überwacht.

Nordkoreaner, die versuchen aus ihrem Land zu fliehen, droht ein Erziehungslager oder sogar die Todesstrafe. Die chinesische Regierung hat nordkoreanische Flüchtlinge bislang zurückgeschickt. Sie wollten die Stabilität zwischen den kommunistischen Bruderstaaten nicht gefährden.

Doch China setzt jetzt anscheinend auf einen Kurswechsel und will Nordkoreas Diktator Kim Jong Un unter Druck setzen. Im sich zuspitzenden Nordkorea-Konflikt hat China einen Importstopp für Eisen, Meeresfrüchte, Blei, Kohle und Erze aus dem Nachbarland verhängt. Mit der Ankündigung des Einfuhrverbots setzte das Handelsministerium in Peking Sanktionen der Vereinten Nationen um. Der UN-Sicherheitsrat hatte die neuen, scharfen Strafmaßnahmen nach dem jüngsten Test einer Langstreckenrakete verhängt.

Die Maßnahme soll nordkoreanische Exporte in Höhe von einer Milliarde US-Dollar und damit ein Drittel der Ausfuhren treffen. Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels laufen über China, das im Frühjahr schon von sich aus Importe von Kohle aus Nordkorea gestoppt hatte.