Chinesische Regierung verordnet Fußball-Weltmeistertitel

RTL-Reporterin Pia Schrörs berichtet aus China

China muss Fußballweltmeister werden. Das ist eine Anordnung, und zwar von keinem geringeren als Staatspräsident Xi Jinping. Mit einer Fußballreform will er die Nation an die Spitze der Welt dirigieren. Die Federführung übertrug Xi einem Mitglied des Politbüros, dem zentralen Machtorgan der Partei. Das zeigt, es ist ihm ernst mit seinen Plänen.

Schüler
Seitdem Chinas Staatspräsident Fußball-Weltmeister werden will, lernen chinesische Schüler in der Schule täglich Fußball spielen.

Um vor allen Dingen den Nachwuchs fußballerisch auszubilden, wurde der Sport jetzt sogar an 20.000 Grund- und Mittelschulen als Pflichtfach eingeführt. Täglich lernen die Schüler dort neben Mathe- und Grammatikregeln auch Fußballspielregeln und Taktiken in Theorie und auf dem Platz.

Auch die Lehrer müssen umschulen und eine Fußball-Fortbildung besuchen, denn von ihnen wird plötzlich Trainer-Wissen gefordert. "Ehrlich gesagt fand ich Fußball erst komisch. Ich bin eigentlich ausgebildeter Leichtathletik-Trainer. Aber sie brauchten einen Fußball-Lehrer. Im Internet habe ich mir dann das notwendige Wissen angelesen", erzählt Lou Jingang, der an einer chinesischen Schule lehrt. Außerdem will die Regierung alle Fußballplätze erneuen lassen.

Plakate von Fußball-Legenden als Ansporn

Die Schulhöfe der chinesischen Kinder werden von nun an von Fußball-Plakaten geschmückt, auf denen Fußballhelden wie 'Messi' und 'Ronaldo' zu sehen sind. Chinesische Fußballidole muss das Land erst noch züchten. Die chinesischen Nationalspieler werden von ihren Landsleuten wegen ihrer Misserfolge nicht ernst genommen und verspottet.

Um ausländische Profis in die chinesische Fußballiga zu locken, bieten die Fußballvereine in Shanghai mittlerweile höhere Gehälter als deutsche Spitzenvereine. "Ich habe so ein verlockendes Angebot bekommen, dass ich aus Brasilien hierhergekommen bin. Und ich bleibe gerne ein paar Jahre hier", berichtet Davi Rodrigues de Jesus, der bei dem Verein 'Shanghai SIPG' spielt. Auch Trainer werden aus Europa eingeflogen. Ob China sein Ziel erreicht, wird die Zukunft zeigen.