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Chinesische Astronautin unterrichtet Millionen Schüler aus dem All

Chinesische Astronautin unterrichtet Millionen Schüler aus dem All

Chinesische Astronautin unterrichtet Millionen Schüler aus dem All
Die Astronautin Wang Yaping gab eine Physiklektion aus dem Weltall für Millionen Schüler in China.
dpa, Liu Huaiyu

Über 60 Millionen Schüler verfolgen Lehrstunde aus dem All

China will in naher Zukunft eine eigene Sonde auf dem Mond installieren und ein unabhängiges, weltumspannendes Navigationssystem aufbauen. Deshalb soll natürlich auch der Nachwuchs schon früh mit den Herausforderungen im Weltall geschult werden. Ein symbolischer Schritt in Chinas ambitioniertem Raumfahrtprogramm stellt nun das Experiment der Astronautin Wang Yaping dar - sie gab eine Physiklektion aus dem Weltall für Millionen Schüler im Land.

Ihre Lektionen wurden per Video aus dem Raummodul 'Tiangong 1' an die Erde übertragen und fesselte mehr als 60 Millionen Schüler vor den Fernsehern. In der Mini-Raumstation ließ die 33-Jährige kleine Wassertropfen durch den schwerelosen Raum schweben, zeigte, wie ein Pendel bewegungslos in der Luft stehen blieb, und bewegte ihre männlichen Kollegen mit Leichtigkeit durch die Schwerelosigkeit.

Schüler und Lehrer an etwa 80.000 Schulen im Land sollen die Lektionen von Wang verfolgt haben. Einige Schüler durften der Astronautin direkt Fragen stellen. "Können sie denn aus dem Fenster auch Müll im Weltall sehen?", wollte eine Schülerin wissen. "Noch haben wir keinen gesehen, aber Müll ist im All ein großes Problem", antwortete die Astronautin.

China baut eigenes Satellitennetz

Mit Wang ist zum zweiten Mal eine chinesische Astronautin an Bord eines Raumschiffes. Mit ihren zwei Kollegen soll sie 15 Tage unterwegs sein, der längste Flug der jungen Raumfahrernation China.

Wang kam 1997 als Rekrutin zur chinesischen Armee. Dort erlernte sie schnell das Fliegen: Als Pilotin steuerte sie Transportflugzeuge. Heute hat sie den Rang einer Majorin und ist Mitglied in der Kommunistischen Partei.

'Tiangong 1' kreist seit 2011 um die Erde. Die Astronauten werden etwa zwölf Tage in dem 'Himmelspalast' wohnen. Die Experimente auf dem fünften bemannten Raumflug Chinas sind wichtige Voraussetzungen für den Bau einer eigenen chinesischen Raumstation, der bis 2020 geplant ist.

China betreibt ein ambitioniertes Raumprogramm. In diesem Jahr will das Land eine Sonde auf dem Mond landen. Zudem baut das Land derzeit ein eigenes Satellitennetz für ein unabhängiges, weltumspannendes Navigationssystem auf.

Eigentlich sollte die US-Amerikanerin Christa McAuliffe 1986 die erste Unterrichtsstunde aus dem All geben. Aber nur 73 Sekunden nach dem Start explodiert die US-Raumfähre 'Challenger' am 28. Januar 1986 und stürzt in den Atlantik. Lehrerin McAuliffe und die anderen sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Unglücksursache war eine beschädigte Dichtung an einer der Antriebsraketen.