Chinesen können auch Torero

05. April 2014 - 9:24 Uhr

Begeisterte Neulinge könnten Stierkampf retten

Von Chinesen ist bekannt, dass sie Dinge gerne übernehmen. Eigentlich war es also nur eine Frage der Zeit, bis die ersten auf die Idee kommen, sich einem Stier entgegenzustellen. Dem traditionsreichen, aber notgeplagten spanischen Stierkampf kommt das nun entgegen.

Mit Zhan Binwei und Du Huarong lernen die ersten chinesischen Schüler in der Torero-Schule von Francisco Miguel in Los Barrios die Kunst des Matadors. Noch üben sie sich an Trockenübungen, denn mit freien Stieren zu kämpfen, wäre noch zu gefährlich. Die zwei begeisterten Neulinge sind eigentlich Kellner in einem Restaurant in der Nähe. Ihre Kollegen erzählten von dem Stierkampf-Training, der Chef stellte dann die Verbindung zu Miguel her.

Tradition der Stierkämpfer in der Krise

Der berühmte Matador eröffnete nach einem Unfall mit Partnern die Schule, die mittlerweile fünf Filialen hat. Dennoch steckt die Tradition der Stierkämpfer in einer Krise. Die spanische Jugend interessiert sich nicht für das teils grausame Spektakel. In Katalonien sind die Kämpfe gar verboten.

Deshalb hofft er durch seine neuen chinesischen Schüler neue Märkte erschließen zu können. Dem Stierkampf neues Leben einzuhauchen.

Einer der eingesessenen Matadore, Juan Martinez Majete, bescheinigt seinen neuen Kollegen Talent: "Chinesen sind oft gute Athleten und geschickt in ihren Bewegungen. Aber sie wissen nicht wie ein Bulle reagiert. Wenn sie das lernen, können einige von ihnen gute Toreros werden."