Vorreiterrolle: China verbietet Handel mit Elfenbein

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31. Dezember 2017 - 12:23 Uhr

Elfenbein-Verbot gilt ab Januar

China ist ein lukrativer Markt für Wilderer, 70 Prozent des weltweit gehandelten Elfenbeins wurden in den letzten Jahren im Reich der Mitte gekauft und verkauft. Doch damit ist im neuen Jahr Schluss. Anfang 2017 hat die Volksrepublik beschlossen, die Verarbeitung und den Handel von Elefantenstoßzähnen zu verbieten, im neuen Jahr tritt das Elfenbein-Verbot in Kraft. Umweltschutzorganisationen loben den Schritt, mahnen jedoch weitere Maßnahmen an.

Endlich Hoffnung für den afrikanischen Elefant?

Elefanten an einem Wasserloch im Tsavo-Nationalpark in Kenia
ihre Stoßzähne machen Elefanten zum begehrten Ziel für Wilderer und skrupellose Geschäftemacher.
© dpa, Stephen Morrison, rf;hae hpl rho

Vor zwanzig Jahren gab es noch mehrere Millionen afrikanische Elefanten, inzwischen sind es nur noch etwa eine halbe Million Tiere. Grund dafür ist vor allem die erbarmungslose Jagd durch Wilderer, die hinter den kostbaren Stoßzähnen der Tiere her sind. Jedes Jahr müssen deshalb 20.000 afrikanische Elefanten sterben. 70 Prozent des weltweit gehandelten Elfenbeins landete in der Vergangenheit in China, dort gab es offiziell zugelassene Geschäfte und Werkstätten für Kunsthandwerk aus legalem Elfenbein.

Als legal galt Elfenbein dann, wenn die Elefanten vor 1989 getötet worden waren. Allerdings wurde immer wieder illegales Elfenbein sichergestellt, die genaue Bestimmung des Alters war selbst für Experten ein Problem. "Aus Sicht des WWF ist daher der derzeit einzige gangbare Weg, den Handel grundsätzlich zu verbieten. Das schafft Klarheit und erleichtert die Strafverfolgung", so Katharina Trump, Expertin für Wildartenkriminalität beim WWF Deutschland.

Mehrheit der Chinesen ist für das Verbot

Elefanten in Kenia.
Toller Anblick: Elefanten in freier Wildbahn.
© Henry Schmitt - Fotolia, unknown, fotolia für VOX.de gekauft

Durch das Verbot müssen in China nun alle Elfenbein-Läden schließen, vielerorts werden die letzten Schnitzereien und Schmuckgegenstände in Rabatt-Aktionen verramscht. Die Naturschutzorganisation WWF begrüßt das Ende des Elfenbeinhandels. "China ist der mit Abstand der wichtigste Markt für Elfenbein. Wenn es gelingt, die Nachfrage deutlich zu senken, ist das ein wichtiger Schritt für den Schutz der Elefanten", so Trump. In der Mittel- und Oberschicht Chinas galten Objekte aus Elfenbein als Prestigeobjekte oder Investitionsanlage. Zhou Fei, China-Chef der Tierschutzorganisation Traffic, bezeichnete das Verbot deshalb als "Meilenstein".

Eine aktuelle Umfrage von Traffic zeigt außerdem, dass die Chinesinnen und Chinesen dem Verbot positiv gegenüberstehen. 86 Prozent der Befragten waren dafür den Handel mit Elefantenstoßzähnen und Produkten zu verbieten. Allerdings wussten nur 19 Prozent, dass das Handelsverbot bereits beschlossene Sache ist. "Dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Bann steht, ist eine gute Voraussetzung", sagt Katharina Trump. "Gleichzeitig sehen wir, dass die Menschen noch besser informiert werden müssen."

China handelt, USA zögern

ARCHIV - Parkranger untersuchen im Tsavo Nationalpark in Kenia einen Tatort an dem zehn Elefanten von Wilderern wegen ihrer Stoßzähne abgeschlachtet wurden (Archivfoto vom 31.03.2002). Foto: EPA/STEPHEN MORRISON (zu dpa "Wilderer töten 20 000 Elefant
Von Wilderern getöteter Elefant im Tsavo-Nationalpark in Kenia (Archiv).
© dpa, Stephen Morrison

Damit das Verbot des Elfenbeinhandels langfristig Erfolg hat, müssen laut Tierschutzorganisationen andere Länder nachziehen. Ein besonderer Fokus liegt dabei im Moment auf den USA. Chinas Präsident Xi Jinping hatte vor zwei Jahren mit seinem damaligen US-Kollegen Barack Obama ausgemacht, den Elfenbeinhandel unter Kontrolle zu bringen. Doch US-Präsident Donald Trump sorgte zuletzt für Irritationen. Er hob zwischenzeitlich ein von Obama verordnetes Verbot auf, wonach es Großwildjägern untersagt ist, Trophäen und Elfenbein von in Sambia und Simbabwe erlegten Elefanten in die USA einzuführen. Proteste zwangen ihn zum Umdenken.

Auch europäische Staaten stehen immer wieder in der Kritik. Die EU ist derzeit der größte Exporteur von Elfenbein aus Restbeständen, was laut Washingtoner Artenschutzabkommen erlaubt ist. Tierschützer warnen, dass der Handel mit Restbeständen auch die Nachfrage nach frischem Elfenbein befeuert.