Nach Kritik an Situation der Uiguren

China verbannt Mesut Özil aus Videospiel "Pro Evolution Soccer"

Mesut Özil
© dpa, Rui Vieira, DMV pat lop

19. Dezember 2019 - 12:10 Uhr

Mesut Özil aus China-Videospiel verschwunden

Die harte Kritik von Ex-Nationalspieler Mesut Özil an der Situation der Minderheit der Uiguren in China hat weitere Folgen. Der chinesische Hersteller des Fußball-Videospiels "Pro Evolution Soccer" entfernte den 31-Jährigen aus der Fußball-Simulation.

Der Hersteller "NeatEase" nannte als Gründe die "extremen Aussagen" Özils. "Seine Worte haben die Gefühle der chinesischen Fans verletzt. Wir können es nicht verstehen, akzeptieren oder entschuldigen", hieß es weiter.

Zuvor hatte das chinesische Außenministerium Özil schon als "getäuscht von Fake News" bezeichnet. Sein Urteilsvermögen sei beeinflusst von "unwahren Bemerkungen". Dem asiatischen Land wird vorgeworfen, die muslimische Minderheit in der Provinz zu verfolgen und in Lagern wegzusperren.

Der Arsenal-Kicker hatte in den sozialen Medien auf die Situation der Uiguren hingewiesen und sich für diese starkgemacht. Gleichzeitig kritisierte er das Schweigen der muslimischen Länder. Daraufhin nahm der staatliche Sender CCTV das Premier-League-Spiel zwischen Arsenal und ManCity aus dem Programm. Arsenal distanzierte sich zudem von Özils Aussagen.

1. FC Köln beendet China-Engagement

Dass man auch anders damit umgehen kann, zeigt der 1. FC Köln. Der Bundesligist stampfte eine geplante Kooperation mit dem 'Reich der Mitte' wieder ein. Stefan Müller-Römer, Vorsitzender des FC-Mitgliederrates, sagte unter anderem: "Menschenrechte werden in massiver Form missachtet. Dort wird ein totaler Überwachungsstaat aufgebaut, wie ihn sich George Orwell nicht schlimmer hätte ausdenken können."