China: Schwere Unruhen in Export-Hochburg

12. Februar 2016 - 4:26 Uhr

Die Behörden in der südchinesischen Provinz Guangdong haben mit einer massiven Aufstockung der Sicherheitskräfte auf die Unruhen in der Export-Hochburg reagiert. Am Montagabend säumten Hunderte Polizisten die Straßen von Zengcheng, während immer mehr Beamte mit Bussen in die Stadt gebracht wurden. Dort hatten am Wochenende wütende Wanderarbeiter randaliert.

Bilder des Hongkonger Fernsehens zeigten, wie sie Regierungsgebäude in Brand setzten, Fensterscheiben einschlugen und Polizeiautos umwarfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Medienberichten fingen die Krawalle am Freitag in dem Dorf Dadun an, als Wachleute eine schwangere 20-jährige Straßenverkäuferin zu Boden warfen. Am Montag war die Lage ruhig. Aus China wurde in den vergangenen Wochen immer wieder von Zusammenstößen berichtet. Unter anderem demonstrierten in Chaozhou Hunderte Wanderarbeiter einer Keramik-Fabrik für die Auszahlung ihrer Löhne. Bei den Protesten wurden Regierungsgebäude angegriffen und Fahrzeuge angezündet. Trotz der umfangreichen Zensur wird die Nachricht von den Protesten gegen niedrige Löhne, Korruption und Umweltverschmutzung über das Internet und Handys schnell verbreitet.