China-Rückkehrer: Videokonferenzsystem und "Sorgentelefon"

06. Februar 2020 - 18:00 Uhr

Die rund 120 China-Rückkehrer in Quarantäne im pfälzischen Germersheim sollen bald besser mit ihren Betreuern außerhalb des Sicherheitsbereichs sprechen können. Alle Beteiligten hätten gemeinsam beschlossen, auf jeder Etage des Blocks in der Bundeswehrkaserne ein Videokonferenzsystem aufzustellen, teilte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Es bestehe vonseiten der Rückkehrer ein erhöhter Informationsbedarf über behördliche Maßnahmen bezüglich des Coronavirus, hieß es.

Mit dem Konferenzsystem sollen direkt Informationen übermittelt und Fragen beantwortet werden. Derzeit sei die unmittelbare Kommunikation zwischen den Beteiligten außerhalb des Quarantänebereichs und den Rückkehrern erschwert. In der Südpfalz-Kaserne sind die Männer, Frauen und Kinder in einem Wohnblock untergebracht. Das Gebäude ist vom übrigen Kasernengelände unter anderem mit einem Zaun abgetrennt. Mit in Isolation waren 20 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gegangen. Die Quarantäne soll insgesamt etwa zwei Wochen dauern.

Der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel sagte, es sei unter anderem auch ein "Sorgentelefon" eingerichtet worden. Einige Rückkehrer hätten sich etwa darüber gewundert, dass Pakete mit bestellten Waren nicht in den Quarantäne-Block gelassen worden wären. Die Vorschriften ließen dies nicht zu, sagte der CDU-Politiker. Die Behörden wollten mit den Paketen einerseits keine möglichen Krankheitserreger einschleppen, andererseits dürften sie die Pakete mit Hinweis auf das Postgeheimnis auch nicht einfach öffnen und kontrollieren.

Insgesamt sei die Stimmung gut, betonte Brechtel. Dass mancher nach fast einer Woche unruhig werde, sei nachvollziehbar. "Das würde einem ja selbst so gehen", meinte der Landrat. Zur besseren Information der Rückkehrer sei auch ein täglicher Newsletter eingerichtet worden.

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hatte am Mittwochabend die Ergebnisse von jüngsten Untersuchungen in Germersheim mitgeteilt. Demnach wurde bei den Rückkehrern in der Einrichtung keine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. "Das ist das beste Ergebnis, das man sich vorstellen kann", sagte Brechtel. Die Behörden sehen eine weitere Testung in einer Woche vor.

Quelle: DPA