11. April 2014 - 11:30 Uhr

RTL-Reporterin Pia Schrörs berichtet aus China

Lieber Hund statt Kind? In China nimmt die Tierliebe inzwischen sehr merkwürdige Formen an. Viele Chinesen verzichten inzwischen ganz auf Kinder und legen sich lieber einen Hund als Haustier zu. Wird der krank, kommt er nicht selten sogar an den Tropf, kaum eine Behandlung ist zu teuer für den liebgewonnen Freund. Über die Auswüchse aus China berichtet RTL-Reporterin Pia Schrörs:

China: Lieber Hund statt Kind?
Immer mehr Chinesen entdecken ihre Liebe zu Haustieren.

So allerlei Spezialitäten, die in China bisher nur auf dem Teller landeten, werden nun stolz ausgeführt. Schier grenzenlos ist vor allem die Liebe zu Hunden. Kein menschliches Bedürfnis wird ihnen vorenthalten. Xiao Erzi, übersetzt kleiner Sohn, hat eine dicke Erkältung. Seit drei Tagen bekommt die englische Bulldogge Infusionen gegen Husten und Schnupfen von seinen Herrchen. Doch der verwöhnte Hund ist in guter Gesellschaft, denn neben ihm hängt eine Hündin am Tropf. Sie hat eine Grippe. Etwa ein Drittel ihrer Einkommen investieren die Herrchen der beiden Hunde monatlich in ihre Tiere. Kinder haben sie keine.

Für immer mehr junge Chinesen bedeuten Kinder lediglich eine zusätzliche Last, die sich nicht mit dem enormen Leistungsdruck ihrer Generation vereinbaren lässt. Das statistische Amt zählte letztes Jahr 49 Millionen kinderlose Paare, knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl an Hunde- und Katzenbesitzer stieg hingegen in 10 Jahren um 35 Prozent auf 33 Millionen.

Hunde leben wie Menschen

Vom Kochtopf in den Schönheitssalon. Die neue Hundeliebe hat etliche Restaurants veranlasst ihre Spezialität, das Hundegulasch von der Speisenkarte zu streichen. Dafür werden sie nun frisiert, schamponiert, massiert. Insgesamt rund eine Milliarde Euro geben Chinas Frauchen und Herrchen im Jahr für die Pflege und Schönheit ihrer Liebsten aus. Die Branche boomt.

Allein in Peking gibt es bereits über 400 offiziell registrierte Hundesalons. Prognosen versprechen der gesamten Branche in 5 Jahren 65 Prozent mehr Umsätze. Mehr als 300 Tierkliniken in der Hauptstadt werben mit hochmodernen Geräten aus dem Ausland und Notärzten rund um die Uhr im Einsatz - um die wohlhabende Klientel.