China-GP: Rosberg feiert historische Pole

Nico Rosberg holt in Shanghai seine erste Pole-Position.
© dpa, Diego Azubel

13. November 2012 - 16:01 Uhr

Gut Ding will Weile haben - dies gilt wohl für keinen Formel1-Fahrer mehr als für Nico Rosberg. Der Mercedes-Pilot holte sich im Qualifying zum Großen Preis von China die erste Pole für sich und für die Silberpfeile und geht in seinem 111. Grand Prix endlich von Platz 1 an den Start.

Mit einer Bestzeit von 1:35,121 Minuten auf dem Shanghai International Circuit deklassierte der 26-jährige Mercedes-Pilot beinahe schon den Zweiten Lewis Hamilton (+ 0,505), der im 1. und im 3. Freien Training dominiert hatte. Der McLaren-Mann und Polesetter der ersten beiden Saisonrennen in Australien und Malaysia startet allerdings von Platz 7, da er im Vorfeld wegen eines Getriebewechsels um 5 Plätze strafversetzt wurde. Somit steht neben Rosberg dessen Teamkollege Michael Schumacher (+ 0,570), der die drittbeste Zeit fuhr, in der 1. Startreihe.

"Das ist ein gigantisches Gefühl. Ich freue mich jetzt auf den Start morgen. Alles hat gepasst. Es ist schön, mit Michael in der ersten Startreihe zu stehen, das ist echt cool", freute sich Rosberg und musste um Lob vom Rekordweltmeister nicht lange betteln. "Das hat Nico prima gemacht. Da war ja auch noch ein richtig großer Abstand zu Lewis, das war eine Überraschung", sagte der 43-Jährige. "Das ist die erste reine Silberpfeil-Reihe. So gehen wir in den GP. Das ist ein wunderschöner Start ins Wochenende."

Vierter wurde Kamui Kobayashi (Sauber) vor Kimi Räikkönen (Lotus) und Hamiltons Stallgefährte Jenson Button. Sergio Perez, der die erste Trainingsbestzeit seiner Karriere in Q1 in den Asphalt brannte, landete auf Platz 8 vor dem WM-Führenden Fernando Alonso im Ferrari und Romain Grosjean (Lotus). Mit Kobayashi und Perez fuhren erstmals beide Sauber in den Top 10.

Quo vadis, Red Bull? Debakel für Vettel

Sebastian Vettel
Bei Sebastian Vettel läuft es auch in China nicht rund.
© dpa, How Hwee Young

Einen rabenschwarzen Tag erwischte Sebastian Vettel. Der Weltmeister schied schon nach Q2 aus und startet von Platz 11. Zuletzt verpasste der Red-Bull-Pilot die Top 10 bei der Regen-Chaos-Quali zum Brasilien-GP 2009. "Ich denke mal, es war extrem eng. Wir waren einfach nicht schnell genug. Ich hatte keinen Fehler in der Runde. Schade, dass nicht mehr kam. Es wird ein langes Rennen. Schauen wir mal", sagte Vettel, der sichtlich genervt war. Im Gegensatz zu Mark Webber, dessen Auto mit einem neuen Auspuff und Aerodynamikpaket ausgestattet wurde und Quali-Siebter wurde, verzichtete Vettel auf das neue Auspuffsystem.

Während für Nico Hülkenberg im Force India nach Q2 Feierabend war (Startplatz 16), strich Timo Glock mit seinem Marussia erneut schon in Q1 die Segel und geht von Platz 21 ins Rennen. Dennoch sieht er Fortschritte. "Ich glaube, wir haben noch mal einen Schritt gemacht, wir sind nur 0,65 Sekunden hinter Caterham. In Malaysia waren wir deutlich weiter weg, hier sind es nur 3 Sekunden hinter der Spitze. Ich hoffe natürlich, der Trend geht weiter in den nächsten Rennen", sagte Glock, der im internen Duell mit Teamkollege Charles Pic 3:0 führt.