Tiere können direkt ins Schlafzimmer oder Restaurant gucken

Hotel in China lockt Gäste mit echten Eisbären - Tierschützer sind entsetzt

17. März 2021 - 9:55 Uhr

China: Eisbären als Attraktion für Hotelgäste

Übernachten in nagelneuen Zimmern – und beim Mittagessen kommt ein echter Eisbär vorbeigeschwommen: Mit diesem zweifelhaften Konzept geht ein neu eröffnetes Hotel in Harbin (China) auf Kundenfang. Denn was einige Menschen als Abenteuer empfinden, ist für die Tiere eine Qual: Sie leben in einem viel zu kleinen Gehege. Tierschützer sind entsetzt.

Peta-Expertin: "Großes Leid für die Tiere"

"Kein Zoo der Welt kann diesen Tieren ein artgemäßes Leben bieten – natürlich erst recht kein Hotel mit einem winzig kleinen Innenhof", klagt Dr. Yvonne Würz von der Tierschutzorganisation Peta. Die Eisbären leben laut der Tierschützerin in einem Glaskasten mit Betonboden und sehr kleinen Wasserbecken. "Es ist zu erwarten, dass es ein großes Leid für die Tiere darstellt und dass sie Verhaltensstörungen zeigen werden", sagt die Expertin.

Eisbären legen in der Natur tausende Kilometer zurück

Eisbären sind die größten Landraubtiere der Welt. In der Natur durchstreifen sie riesige Jagdgebiete und legen jedes Jahr viele tausend Kilometer zurück. In dem Hotel jedoch lebten sie eintönig und beengt, erklärt Würz. "Wir von Peta setzen uns dafür ein, dass das Einsperren von Eisbären ausläuft – weltweit", sagt sie.

Zwar machen die Bären keinen verwahrlosten oder gequälten Eindruck, wirken aber gelangweilt. "Die Eisbären werden hier als reines Deko-Objekt missbraucht, um Besucher anzulocken", findet die Peta-Expertin. In Gefangenschaft geborene oder gezüchtete Tiere hätten keine Chance, jemals ausgewildert zu werden.

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Tierschützer in Asien fordern Boykott

Ein Hotelsprecher erklärt, der Innenhof sei nur Teil eines größeren Geheges. Je nach Wetterlage dürften die Tiere auch nach draußen. Gleichzeitig lockt das Hotel allerdings potenzielle Besucher mit dem Versprechen, die Eisbären rund um die Uhr aus jedem Zimmer bewundern zu können – für 200 bis 400 Euro pro Nacht.

Ein umstrittenes Konzept, das aber offenbar aufgeht: Das Hotel habe erklärt, für die kommende Zeit ausgebucht zu sein, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). Auch Tierschützer in Asien ist diese Form der Gästebelustigung ein Dorn im Auge: Sie fordern Touristen auf, das Hotel zu boykottieren.