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China: Bo Xilai gesteht Mitschuld

China: Bo Xilai gesteht Mitschuld

Der gestürzte chinesische Spitzenfunktionär Bo Xilai hat vor Gericht eine Mitverantwortung am Mordskandal um seine Frau eingeräumt. Er sei nicht richtig mit den Mordvorwürfen gegen sie umgegangen, sagte er. "Ich schäme mich", betonte der 64-Jährige am dritten Prozesstag laut Verhandlungsprotokollen des Gerichts im ostchinesischen Jinan. Entgegen der Vorwürfe der Anklage habe er jedoch nicht seine Macht als Parteichef der 30-Millionen-Metropole Chongqing genutzt, um die Mordtat seiner Frau zu vertuschen.

Der Politkrimi um Mord, Korruption und Gier hält das Milliardenreich China seit mehr als einem Jahr in Atem. Im November 2011 wurde der 41-jährige Briten Neil Heywood tot in einem Hotelzimmer gefunden. Damals hieß es, er sei an übermäßigem Alkoholkonsum gestorben. Bo erzählte nun, am 28. Januar 2012 habe ihm gegenüber sein Polizeichef Wang Lijun plötzlich eine Verantwortung von Gu Kailai für den Tod Heywoods angedeutet. «Ich habe gedacht, dass Gu Kailai so eine zerbrechliche Person ist, die niemals einen Mord begehen könnte.»