Chile: Todkranke 14-Jährige will sterben

Valentina Maureira macht ein Erinnerungsfoto mit Chiles Präsidentin Michelle Bachelet.
© picture alliance / dpa, Ximena Navarro / Presidency Of C

15. Mai 2015 - 11:15 Uhr

In Chile ist aktive Sterbehilfe verboten

Seit ihrer Geburt leidet die 14-jährige Valentina Maureira unter der Stoffwechsel-Krankheit Mukoviszidose. Sie wendet sich mit einer dramatischen Bitte an Chiles Präsidentin Michelle Bachelet: "Ich will ihre Zustimmung, damit ich eine Spritze bekommen kann, die mich für immer schlafen lässt."

Fünf Mal wurde Valentina bereits operiert, hat unzählige Tage in Krankenhäusern verbracht. Jetzt fühlt sich die 14-Jährige nicht mehr stark genug, um gegen die Krankheit anzukämpfen. Die Präsidentin ist von Valentinas Aufruf gerührt und besucht sie. Ihren Wunsch kann sie allerdings nicht erfüllen – die aktive Sterbehilfe ist in Chile verboten.

Mukoviszidose ist ein genetischer Defekt, der die Lunge zerstört. Es fühlt sich an, wie durch einen Strohhalm zu atmen. Valentinas Bruder Michael hat den Kampf gegen die Krankheit verloren – im Alter von sechs Jahren starb er an dem Gendefekt. Ein ähnliches Schicksal will Valentina sich ersparen: "Ich habe es erlebt, wie mein Bruder Michael an dieser Krankheit gestorben ist. Ich weiß also, was wahrscheinlich auch mir droht."