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Chicago: Vergewaltigung einer 15-Jährigen live bei Facebook gezeigt

Chicago: Vergewaltigung einer 15-Jährigen live bei Facebook gezeigt

40 Menschen sahen die Vergewaltigung über Facebook mit an. Keiner meldete das Video dem Netzwerk.
Mindestens 40 Menschen sahen die Vergewaltigung laut einer Zeitung über Facebook mit an. Keiner meldete das Video dem Netzwerk.
obe pzi jsc ukm sja, dpa, Oliver Berg

Keiner der Zuschauer meldete das Video

Eine 15-Jährige ist in Chicago laut Medienberichten von einer Gruppe von Menschen vergewaltigt worden - und der Angriff wurde live auf Facebook gezeigt. Rund 40 Menschen sahen die Vergewaltigung in einem Live-Stream des sozialen Netzwerks, wie die 'Chicago Tribune' berichtete. Keiner der Beobachter meldete das Video dem Social-Media-Dienst.

Tatverdächtige gibt es bislang nicht

Demnach war das Mädchen verschwunden, nachdem sein Onkel es am Sonntag nach Hause brachte. Offenbar wollte das Kind in einem nahegelegenen Geschäft noch Süßigkeiten kaufen - die Mutter meldete das Mädchen dann als vermisst.

Der Onkel sagte der 'Chicago Tribune', ein Teenager habe ihn auf den Live-Stream aufmerksam gemacht. Der Zeitung zufolge gelangte das Video daraufhin an die Polizei.

Das Mädchen sei erst am Dienstag gefunden worden und nun bei seiner Mutter. Es wurde in einem Krankenhaus untersucht. Der Onkel gab an, dass das Mädchen Verletzungen im Gesicht habe, die darauf schließen ließen, dass sie geschlagen wurde.

Derzeit führten Beamten Befragungen durch, einen Tatverdächtigen gebe es aber noch nicht, twitterte der Pressesprecher der Polizei von Chicago, Anthony Guglielmi.

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Polizei kontaktiert Facebook

Der 'Chicago Tribune' zufolge kontaktierte die Polizei Facebook, und das Video wurde inzwischen entfernt. Facebook hat einen 24-Stunden-Dienst, die auf Beschwerden über unangebrachten Inhalt in einer Liveübertragung reagiert. Laut dem Dienst hätte nur einer der Zuschauer das Video melden müssen und es wäre gelöscht worden. Von den rund 40 Menschen, die die Vergewaltigung über Facebook sahen, meldete sich laut der Zeitung keiner bei Facebook oder bei der Polizei.

Erst im Januar hatte ein ähnlicher Fall für Entsetzen gesorgt. Vier Menschen quälten mutmaßlich einen geistig Behinderten und zeigten die Tat live auf Facebook. Insgesamt wurden laut der «Chicago Tribune» seit Oktober vergangenen Jahres mindestens vier Verbrechen in der US-Stadt auf Facebook-Live gezeigt.