Mehrere Beschwerden in den USA eingegangen

McDonald's-Mitarbeiter müssen trotz Corona-Symptomen arbeiten

Mitarbeiter aus zwei McDonald's-Filialen in den USA mussten trotz Corona-Symptomen arbeiten.
Mitarbeiter aus zwei McDonald's-Filialen in den USA mussten trotz Corona-Symptomen arbeiten.
© iStockphoto

06. November 2020 - 12:27 Uhr

Zwei Mitarbeiter starben wohl an Covid-19

Mehrere Mitarbeiter einer McDonalds-Filiale in Chicago mussten wohl trotz Corona-Symptomen arbeiten. Und das, obwohl bereits zwei ihrer Kollegen an Covid-19 gestorben sein sollen. Die Leiterin habe ihre Angestellten sogar unter Druck gesetzt: Sie sollten alle auf ihre Ergebnisse warten, bevor sie zu Hause bleiben.

Mitarbeiterin stecken in einer Zwickmühle

Zwei Mitarbeiter legten Beschwerden bei der Gesundheitsbehörde OSHA ein. Das berichtet der "Business Insider". Die Filialleiterin habe die Aussagen ihrer Mitarbeiter nicht ernst genommen, heißt es unter anderem in der Beschwerde von Kenia Campeando. Sie habe weder auf die Abstände zwischen Mitarbeitern, noch auf besondere Schutzausrüstung der Angestellten geachtet. Gerade weil sie die Hygiene- und Abstandsregeln vernachlässigt hat, sollen sich gleich sechs Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben.

Seit dem 11. Oktober sei Campeando in Quarantäne. Die Managerin habe ihr schon mitgeteilt, dass sie ihr für diese Tage kein Geld zahle. "Ich bin immer noch krank und habe Angst, dass mein Manager sich an mir rächen wird, wenn ich mich weigere, wieder zur Arbeit zu gehen, während ich ansteckend bin", so Campeando in der Beschwerde. "Dies zwingt Mitarbeiter wie mich dazu, zwischen dem Erwerb eines dringend benötigten Gehaltsschecks zur Deckung meiner Lebenshaltungskosten oder der Selbstisolierung zu Hause ohne Bezahlung zu wählen, um möglicherweise die Ausbreitung einer hoch ansteckenden Krankheit zu verhindern."

Angestellte mussten krank zur Arbeit

Auch Adriana Sanchez – eine weitere Mitarbeiterin – habe am Montag eine Beschwerde eingereicht. Sie sagte, die Mitarbeiter seien gezwungen worden, zur Arbeit zu kommen, obwohl sie krank und ansteckend waren. Laut den Beschwerden sei es unmöglich gewesen, Abstand in der kleinen Filiale zu halten. Extra Schutzkleidung gab es für die Angestellten offensichtlich auch nicht. Die Gesundheitsbehörde ermittle nun gegen das Restaurant.

Carmen Solano-De Carrier, die Franchisenehmerin, die den Standort Chicago besitzt und betreibt, sagte in einer Erklärung gegenüber Business Insider, dass sie wegen der Anschuldigungen sehr beunruhigt sei. Laut Solano-De Carrier würden die Mitarbeiter an dem Standort genügend Abstand halten und es sei eine ausreichende Versorgung mit Seife und Desinfektionsmittel gesorgt. "Wir bitten alle unsere Mitarbeiter, bei Krankheit zu Hause zu bleiben und bieten den vom Virus Betroffenen bezahlten Krankenurlaub an", sagte Solano-De Carrier in einer Erklärung. Für eine gründliche Reinigung werde das Restaurant nun geschlossen.

In Campeandos Beschwerde werden auch zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Geschäft in Chicago aufgeführt, obwohl nicht klar ist, ob sie direkt mit der aktuellen Häufung von Fällen zusammenhängen. Laut Campeando sind zwei Mitarbeiter, die zwischen mehreren McDonald's-Standorten gewechselt haben, an Covid-19 gestorben. "Ihre Familien hatten nicht einmal das Geld, um eine Beerdigung zu bezahlen", schrieb Campeando.

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Weitere Beschwerde in Kalifornien

Ein McDonald's-Mitarbeiter in San Jose, Kalifornien, reichte am Freitag eine ähnliche Beschwerde ein. Die Manager sollen den Arbeitnehmern mitgeteilt haben, dass sie nicht wüssten, ob sie den Angestellten in Quarantäne Geld zahlen würden. "Ich war verängstigt und wütend, als die Arbeiter immer wieder krank zur Arbeit kamen", heißt es in der Beschwerde. "Ich bin sauer, dass McDonald's die Leute zwingt, krank zu arbeiten", heißt es weiter. "Sie stellen Masken und Handschuhe zur Verfügung, aber das Wichtigste ist, sicherzustellen, dass sich die Menschen wohl fühlen, wenn sie krank sind, zu Hause zu bleiben." Der Filialleiter müsse seine Mitarbeiter ermutigen, sich bei Symptomen zu melden und ihnen klar machen, dass sie auch für die krankheitsbedingten Ausfalltage bezahlt werden würden. 

Daniel Borba, der Franchisenehmer, dem der Standort San Jose gehört, sagte in einer Erklärung, dass er von den Vorwürfen "enttäuscht" sei und dass das Restaurant die Sicherheitsprotokolle während der Pandemie verbessert habe. Das Gesundheitsamt habe die Untersuchungen in der Filiale am vergangenen Wochenende abgeschlossen. 

Das National Employment Law Project stellte fest, dass Arbeitnehmer von März bis Anfang August 1.744 Covid-19-bezogene Beschwerden eingereicht hatten. Laut NELP waren jedoch nur 2 Prozent der Beschwerden gelöst worden. Mehr als die Hälfte wurde ohne Untersuchung fallen gelassen.