Chemnitzer protestieren gegen NPD-Aufmarsch

12. Februar 2016 - 4:00 Uhr

Mit einer Kundgebung haben rund 1.000 Bürger im sächsischen Chemnitz gegen einen NPD-Aufmarsch in ihrer Stadt demonstriert. Später zogen laut Stadtverwaltung 400 bis 500 Anhänger der rechtsextremen Partei eskortiert von einem großen Polizeiaufgebot durch die Straßen. Die Demonstrationen zum Gedenktag der Bombardierung von Chemnitz im Zweiten Weltkrieg verliefen der Polizei zufolge friedlich.

"Es gab Versuche, den Marsch zu blockieren", sagte eine Polizeisprecherin. Diese Blockaden seien aber aufgelöst und die Demonstranten weggetragen oder abgedrängt worden. Der Aufmarsch der NPD-Anhänger wurde von Protesten und "Nazis raus!"-Rufen begleitet. Die Sprecherin des 'Chemnitzer Bündnisses für Frieden und Toleranz', Gabi Engelhardt, kritisierte den massiven Polizeieinsatz. "Etwa 3.000 Chemnitzer waren wie in einer Festung eingesperrt, während die Nazis außen herum marschiert sind." Die Veranstaltungen des Bündnisses seien verlegt worden und so sei die Bahn frei für die NPD gewesen. "Es war ein schlechter Tag für Chemnitz." Die Stadt hatte den Aufmarsch der Rechtsextremen ursprünglich untersagt. Das Verwaltungsgericht Chemnitz hob das Verbot wieder auf.