Bei Parkplatzstreit ausgerastet

Hundebesitzer verurteilt: Marcus K. hetzte Rottweiler auf behinderte Frau

Vor Gericht war sich Markus K. keiner Schuld bewusst.
Vor Gericht war sich Markus K. keiner Schuld bewusst.
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05. Februar 2021 - 16:24 Uhr

Marcus K. (33) zog Berufung zurück

Vor Gericht war sich Marcus K. (33) keiner Schuld bewusst. Obwohl er schon zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden war, weil er seinen Rottweiler auf die schwerbehinderte Elke A. (62) gehetzt hatte. Aber am Ende des Berufungsprozesses in Chemnitz am Donnerstag zog K. seine Berufung zurück – weil er eine noch höhere Strafe fürchtete.

Streit um Behindertenparkplatz an Chemnitzer Supermarkt

Bernd M.
Bernd M. glaubt, dass Markus K. seinen Rottweiler "als Waffe" einsetzte.
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Vor einem Edeka-Markt in Chemnitz geriet Marcus K. im August 2019 in einen Streit mit Elke A. und ihrem Ehemann Bernd M. Dort parkte Marcus K., der sechsfach vorbestraft ist und zu dem Zeitpunkt unter Bewährung stand, auf einem Behindertenparkplatz.

Rentner Bernd M. sah ihn und wollte darauf hinweisen, dass er das nicht dürfe. So erklärt es der 66-Jährige im RTL-Interview. Daraufhin habe Marcus K. ihn beleidigt und angreifen wollen, was er jedoch habe verhindern können.

Zeugin sah, wie Rottweiler auf behinderte Frau gehetzt wurde

Die Situation eskalierte: Eine Zeugin sah, wie Marcus K. mit einer eindeutigen Handbewegung seinen Rottweiler "Caesar" auf Elke A. hetzte. Dann habe seine Frau blutend auf dem Boden gelegen, erklärt Bernd M.

Die schwerbehinderte Frau erlitt einen dreifachen Beckenbruch und Bisswunden an der Hand, hat sich nach Angaben ihres Mannes bis heute nicht vollständig von dem Angriff erholt. Der 66-Jährige glaubt, dass K. den Hund bewusst "als Waffe" einsetzte.

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Edeka-Markt in Chemnitz
Vor diesem Edeka-Markt in Chemnitz eskalierte der Streit um den Behindertenparkplatz.
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Marcus K. schildert die Situation im RTL-Interview anders. Bernd M. habe ihn beleidigt und zunächst körperlich angreifen wollen, K. empfand ihn als aggressiv. Dann habe plötzlich Elke A. vor ihm gestanden. "Sie ist dann mit erhobenem Arm auf mich losgelaufen", sagt er. "Ich bin rückwärts von der Frau weg, vielleicht zehn Meter." Dann sei sein Hund aus dem Kofferraum gesprungen, als seine Freundin etwas einladen wollte, und habe Elke A. angesprungen – sodass diese stürzte.

"Ich hab meinen Hund dann aber sofort genommen und wieder in den Kofferraum getan", beteuert der 33-Jährige. Auf dem Behindertenparkplatz habe er auch nur gestanden, weil seine Freundin schwanger sei, beteuert Marcus K.

Von der schwangeren Freundin ahnte Bernd M. nichts, wie er berichtet. "Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich gar nichts gesagt", erklärt M. Er habe geprüft, ob im Wagen ein Ausweis liege, der K. zum dortigen Parken berechtigt. "Ich hab gesehen, dass kein Behindertenausweis drin ist", sagt der 66-Jährige.

Bewährungsstrafe bleibt bestehen

Marcus K. hat seinen Rottweiler (sieben Jahre alt) noch immer. Was Bernd M. auch in Ordnung findet, allerdings sollten dem Hundehalter seiner Meinung nach Auflagen erteilt werden. Etwa, dass "Caesar" nicht zum Kampfhund abgerichtet werden dürfe. Denn M. ist sich sicher: "Wenn ich einen Rottweiler so erziehe, dann wird das 'ne Bestie."

Letztlich zog Marcus K. im Prozess am Donnerstag seine Berufung zurück: Es bleibt bei der Strafe von acht Monaten auf Bewährung (Bewährungszeit: vier Jahre). Außerdem erhielt er als Bewährungsauflage, 2.000 Euro Schmerzensgeld an Elke A. zu zahlen.

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