Chemieunfall in Bad Fallingbostel: Giftwolke steigt auf

10. Februar 2016 - 18:45 Uhr

"Leider passiert so etwas immer wieder"

Folgenschwerer Irrtum beim Lebensmittelkonzern Kraft in Bad Fallingbostel: Arbeiter schütteten bei Reinigungsarbeiten versehentlich tausende Liter Salpetersäure in einen Tank mit Natronlauge, woraufhin eine Giftwolke aufstieg und 1.800 Anwohner in Sicherheit gebracht werden mussten.

Katastrophenalarm, Hemieunfall
Feuerwehrkräfte in schweren Schutzanzügen beim Einsatz nach einem Chemieunfall auf dem Gelände des Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods in Bad Fallingbostel (Niedersachsen).
© dpa, Julian Stratenschulte

Es ist die Geschichte vor der Chemielehrer in der Schule gerne warnen: Beim Reinigen mit Putzmitteln aufpassen, was man reinigt, und keinesfalls mit zwei verschiedenen Putzmitteln reinigen. Es könnte sein, dass es zu einer chemischen Reaktion kommt und Dämpfe entstehen, die beim Einatmen tödlich sind.

So banal das klingt, so oft passiert so etwas, wie Thomas Schendler, Leiter der Abteilung Chemische Sicherheitstechnik bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin sagt:"Stoffverwechslung ist ein altbekanntes Phänomen. Leider passiert so etwas immer wieder" - diesmal beim Lebensmittelkonzern Kraft in Bad Fallingbostel. Arbeiter hatten bei Reinigungsarbeiten versehentlich tausende Liter Salpetersäure in einen Tank mit Natronlauge geschüttet.

Es kam zu besagter chemischer Reaktion, und eine Giftwolke stieg auf. 1.800 Anwohner wurden in Sicherheit gebracht. Zwar zog die Giftwolke wieder ab, jedoch ist die Gefahr nicht gebannt, denn die Flüssigkeiten reagieren in dem Tank weiterhin miteinander, die Temperatur steigt, "Es kann sein, dass der Behälter birst", sagte der Sprecher der Feuerwehr, Stephan Meier. Am Nachmittag konnte der Katastrophenalarm jedoch aufgehoben werden.