27. Mai 2019 - 16:11 Uhr

Autobahn gesperrt, Schulen geschlossen, heftige allergische Reaktionen

Diese kleine putzige Raupe legt Deutschland gerade lahm: Der Eichenprozessionsspinner. Auf den ersten Blick wirkt die Raupe ganz harmlos - sie hat es aber Faust dick hinter den…Haaren. Denn ihre Flimmerhärchen sind giftig und können bei Kontakt heftige allergische Reaktionen auslösen. Im schlimmsten Fall kann der Kontakt sogar tödlich enden. Wegen ihr wurden nun sogar Autobahnen gesperrt und Schulen geräumt. Die kleine Pauline hatte kein Glück und erlitt einen heftigen allergischen Schock. Wie es ihr jetzt geht, sehen Sie im Video.

Haare der kleinen Raupe sind sehr giftig

Unbedenklich auf dem Schulhof spielen war für die Kinder der Schillerschule und der Max-Planck-Realschule bei Karlsruhe nicht möglich: Fast 70 Kinder erlitten einen allergischen Schock, nachdem sie mit der kleinen Raupe in Kontakt kamen. Sie hatten Hautreizungen, Atemnot und manche fielen sogar in Ohnmacht. Die Schulgebäude wurden nach Abschluss der Evakuierungen mittlerweile professionell gereinigt und der Unterricht konnte fortgesetzt werden.

Der Eichenprozessionsspinner befällt hauptsächlich Bäume. Das gefährliche an der Raupe sind ihre Haare, die von innen hohl sind und das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Die Härchen der Raupe brechen schnell ab und können über die Luft transportiert werden. Zudem sind sie an der Außenseite mit Widerhaken versehen und können sich so an der Haut oder in den Schleimhäuten festsetzen.

Langfristig kann die Raupe nur bekämpft werden, indem sie abgesaugt wird und ihre Nester verbrannt werden.

Raupe erkennen, Vorsichtsmaßnahmen beachten!

  • Die Raupen sind hellgrün bis gelb und haben einen dunklen Streifen aus rotbraunen Warzen auf dem Rücken, aus denen weißliche Härchen sprießen. Im Alter verfärben sich die Raupen graublau bis schwarz.
  • Wie der Name schon sagt, finden sich die Eichenprozessionsspinner hauptsächlich an Eichen wieder. Dort legen die Schmetterlinge ihre Nester mit Eiern ab, die Anfang Mai schlüpfen. In besonders befallsstarken Jahren können die Raupen allerdings auch an anderen Bäumen auftreten. Die Nester ähneln großen Spinnenweben.
  • Hundehalter: Achtung! Die Härchen können auch bei allen "warmblütigen Tieren" gesundheitliche Schäden verursachen. Hier gilt also auch besondere Vorsicht beim Gassi gehen.
  • Vermeiden Sie die befallenden Gebiete und tragen sie lange Kleidung.
  • Bäume, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind, können Sie bei der entsprechenden Gemeinde oder dem Landkreis melden.
  • Gegen Ende Juni entwickeln sich die Raupen schließlich zu Schmetterlingen und verschwinden damit vorerst bis zum nächsten Jahr.

Hier erfahren Sie, was nach Kontakt mit Eichenprozessionsspinner zu tun ist.