Champions League zu groß für Bayer

0:4 gegen Paris Saint-Germain, in der Vorrunde 0:5 gegen Manchester United und Erinnerungen an das peinliche 1:7 beim FC Barcelona vor zwei Jahren wurden ebenfalls wach. Bayer Leverkusen fragt sich nach der bitteren Pleite gegen Paris, ob die Champions League nicht vielleicht eine Nummer zu groß ist.

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Das Rückspiel in Paris scheint für die Leverkusener überflüssig.
imago/Jan Huebner, imago sportfotodienst

"Das ist einfach so. Da gibt es nichts rauszureden. Wir wissen, dass wir im Achtelfinale gegen diverse Mannschaften an unsere Grenzen stoßen, das ist so", gab Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zu. Völler sprach offen und direkt an, was im Achtelfinal-Hinspiel gegen den französischen Meister ganz offensichtlich wurde: "Das ist einfach eine Qualitätsfrage. Vom Einsatz her können wir uns nichts vorwerfen. Jetzt gibt es natürlich extrem Gegenwind für alle, da müssen wir durch."

Auch Sami Hyypiä sah einen deutlichen Qualitätsunterschied. "Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt. Paris hat gezeigt, wie stark es ist", sagte der Bayer-Coach. "Wir haben in der 1. Halbzeit allein 20 Minuten gebraucht, um unser Niveau zu erreichen. Da sind wird dann auch schon in Rückstand geraten, und das hat die Sache noch schwieriger gemacht", so Hyypiä, dem bewusst wurde, dass sich 20-minütige Auszeiten in der Champions League eiskalt bestraft werden.

Die Leverkusener Spieler gingen mit sich selbst sogar noch härter ins Gericht. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass da groß untereinander irgendwie ein Spirit geherrscht hat, sondern dass jeder ein bisschen für sich gelaufen ist", sagte Mittelfeldspieler Stefan Reinartz. Abwehrchef Ömer Toprak sah das ähnlich: "Wir haben mutlos, ängstlich gespielt. Ich würde auch gern wissen, warum. Ich weiß es nicht. Es war ein sehr, sehr schlechtes Spiel in der 1. Halbzeit von uns. Die Pariser sind durchmarschiert. Da war keine Zweikampfhärte drin."

Wenn du dir das Rückspiel sparen kannst...

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0:4-Heimpleite: Ömer Toprak kann es nicht glauben.
dpa, Federico Gambarini

Jeden Funken Hoffnung auf das Erreichen des Viertelfinals haben Zlatan Ibrahimovic und Co. in Leverkusen erloschen. Nachdem Bayer vergangene Woche gegen Kaiserslautern auch aus dem DFB-Pokal geflogen war, gilt es für die Leverkusener jetzt, "die Kurve zu kriegen. Wir haben jetzt sechs Tage gehabt mit drei Heimspielen in allen Wettbewerben und haben alle verloren. Die Spieler sind natürlich niedergeschlagen", so Völler, der sich mit Blick auf die kommenden Aufgaben in Durchhalteparolen flüchtet: "Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen und uns auf die Bundesliga konzentrieren. Am Samstag müssen wir nach Wolfsburg. Die Wolfsburger drängeln von hinten auf die Champions-League-Plätze, doch einen Champions-League-Platz wollen wir natürlich verteidigen."