Coman schickt PSG auf die Bretter

Champions League: Triple-Bayern schnappen sich Europas Krone

FC Bayern
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24. August 2020 - 6:02 Uhr

Dritter Erfolg in der Champions League

Es ist vollbracht: Der FC Bayern hat die Champions League gewonnen. Nach Pokal und Meisterschaft der dritte Streich in der laufenden Saison. Das Triple. In einem teilweise hochklassigen und spannenden Finale besiegten die Münchner Frankreichs Serienmeister Paris St. Germain mit 1:0 (0:0). Für den deutschen Meister ist es der dritte Triumph in der Königsklasse (plus drei Erfolge im Europapokal der Landesmeister).

Mbappe verballert Hundertprozentige

Flick setzte auf das bewährte Bayern-Konzept. Pressing. Pressing. Pressing. Und seine Mannschaft lieferte, eroberte immer wieder früh den Ball. Was fehlte? Klare Chancen. Die PSG-Defensive – mit bis dato nur fünf Gegentoren die beste in der Königsklasse – machte ihre Hausaufgaben. Keine Möglichkeit in der Anfangsviertelstunde – hüben wie drüben.

Bis zur 18. Minute. Manuel Neuer rettete mit einem tollen Reflex in höchster Not gegen Paris-Superstar Neymar. Das war knapp. Ein Warnschuss zur rechten Zeit. Und Bayern antwortete. Eine Flanke von Alphonso Davies fand Robert Lewandowski (22.), der drehte sich um seine eigene Achse, zog ab, doch das Leder landete nur am Pfosten. Zentimeter fehlten zum Glück.

Neun Minuten später, wieder Lewandowski, und wieder scheiterte Bayerns Toptorjäger knapp. Aus vier Minuten kam der Pole frei zum Kopfball, PSG-Keeper Keylor Navas rettete seine Mannschaft mit einem Blitz-Reflex vor dem 0:1. Auch Paris setzte in der Offensive immer wieder Duftmarken. Schüsse von Angel di Maria (23.) und Ander Herrera (29.) verfehlten das Bayern-Gehäuse nur knapp.

Kurz vor dem Pausenpfiff dann die wohl beste Chance des Spiels: Nach einem kapitalen Bock von David Alaba kam Kylian Mbappe aus vier Metern frei zum Abschluss, kann sich die Ecke eigentlich aussuchen, doch der Schuss von Frankreichs Top-Stürmer verkommt zum Rohrkrepierer. Neuer im Glück. Nur Sekunden später ein riesen Aufreger auf der Gegenseite: Thilo Kehrer riss Kingsley Coman im 16er um, doch Schiedsrichter Daniele Orsato versagte den Bayern den fälligen Elfer.

Coman entscheidet mit Köpfchen

PSG zog der hochdekorierten Bayern-Offensive über weite Strecken den Zahn. Bis zur 59. Minute. Ein Franzose, gebürtig aus Paris, löste den Knoten: Ausgerechnet Coman. Eine Zuckerflanke von Joshua Kimmich fand den heranstürmenden Coman. Ein wunderschöner Flugkopfball. Das 1:0. Und um ein Haar hätte es drei Minuten später wieder im Pariser Tor geklingelt. Wieder Coman. Wieder Navas ohne Chance. Doch Thiago Silva rettete in höchster Not vor der Linie.

PSG wankte, ging aber nicht k.o. Neymar & Co. zogen das Tempo an, drängten mit aller Macht auf den Ausgleich. Und hatten in der 71. Minute die Riesen-Chance zum Ausgleich: Di Maria setzte Marquinhos in Szene, der Brasilianer fackelte nicht lange, zog aus fünf Metern ab, doch Neuer bewahrte seine Elf mit einer Weltklasse-Fußabwehr vor dem Ausgleich.

Und für die Bayern hieß es: Zittern bis zum Ende. Und es brauchte eine Portion Dusel. In der 73. Minute dribbelte sich Mbappe durch den Sechzehner der Münchner, Kimmich brachte den Angreifer zu Fall. Ein klares Foul. Es hätte Elfmeter für PSG geben können/müssen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit die XXL-Chance zum 1:1. Der Ex-Schalker Eric Maxim Choupo-Moting hätte nach Zuspiel von Neymar das Leder ins Gehäuse lenken können, kam aber trotz Grätsche nicht mehr an die Kugel. Es sollte der letzte Aufreger der Partie bleiben. Mit einem verdienten Sieger.

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