23. April 2019 - 10:28 Uhr

Kloppo stempelt Porto ab

Pep Guardiolas schmerzhafter Champions-League-Fluch geht weiter. Trotz eines irren 4:3-Sieges im Rückspiel gegen Tottenham Hotspur flog der Trainer von Manchester City erneut im Viertelfinale der Königsklasse raus. Das Hinspiel hatten die Spurs 1:0 gewonnen. In einem dramatischen Spiel mit etlichen Wendungen hatte Sterling in der dritten Minute der Nachspielzeit gar das 5:3 für City erzielt, doch nach Videobeweis wurde der aus Sicht der Citizens erlösende Treffer vom starken Referee Cüneyt Cakir aberkannt.

Dafür ist der FC Liverpool im kräfteschonenden Verwaltungsmodus ins Halbfinale eingezogen. Nach dem 2:0 im Hinspiel gewann das Team von Trainer Jürgen Klopp das Viertelfinal-Rückspiel beim FC Porto mit 4:1 und firmiert wie schon im vergangenen Jahr unter den vier besten Club-Mannschaften Europas. Wie Kloppo den souveränen Sieg einordnet, zeigen wir im Video.

Drama in Manchester

Der Pep-Fluch hält an: Das Starensemble von Manchester City ist nach einem dramatischen Spiel voller Rekorde bereits im Viertelfinale der Champions League an Tottenham Hotspur mit  'Tormaschine' Heung-Min Son gescheitert. Der City-Elf reichte gegen den englischen Ligarivalen ein völlig verrücktes 4:3 (3:2) vor eigenem Publikum nicht, um das 0:1 aus dem Hinspiel wettzumachen. Tottenhams Erfolgsgaranten waren der schon im Hinspiel erfolgreiche Ex-Leverkusener Son (7./10.) und Fernando Llorente (73.), dessen Tor nach Videobeweis den Hausherren das Genick brach.

Nur 3:51 Minuten waren gespielt, als Sterling nach Zuspiel von Kevin de Bruyne den Ball ins lange Eck schlenzte. Für Manchester war es das schnellste Champions-League-Tor der Geschichte. Und es blieb historisch: Der Ex-Leverkusener Son brachte Tottenham mit einem Blitz-Doppelpack in nur 130 Sekunden in Führung. City musste nun drei Tore schießen, das erste gelang Bernardo Silva  fast im Gegenzug. Vier Treffer in den ersten elf Minuten bedeuteten einen weiteren Königsklassen-Rekord. Gleiches galt für die fünf Tore nach 21 Minuten - Sterling setzte mit dem 3:2 den Reigen fort. Anschließend blieb die Begegnung packend, intensiv und voller Spannung.

BVB-Bezwinger Tottenham, bei dem Englands Nationalspieler Dele Alli trotz Handbruchs von Beginn an spielte, stand nun tiefer, aber sicherer. Nach der Pause wurde City, das in der Startelf ohne Leroy Sané und mit Ilkay Gündogan antrat, für seine Moral belohnt, als De Bruyne mit seiner dritten Torvorlage Sergio Agüero perfekt in Stellung brachte. City wähnte sich im Halbfinale, doch dann traf Llorente mit der Hüfte.

Tottenham schreibt Geschichte

​Startrainer Guardiola erlebte somit die nächste Enttäuschung in der Königsklasse. Der Katalane gewann den Henkelpott nur mit dem FC Barcelona (2009 und 2011), anschließend scheiterte er sowohl mit dem FC Bayern München als auch mit City stets schon vor dem Endspiel.

Tottenham schrieb dagegen Geschichte und zog erstmals in das Halbfinale der Champions League ein, die Londoner stehen erstmals seit dem UEFA-Cup-Sieg 1984 in einem europäischen Semifinale. Dort treffen die Spurs auf den Favoritenschreck Ajax Amsterdam, der bereits Real Madrid und Juventus Turin ausgeschaltet hat.


Liverpool lässt nichts anbrennen

Liverpool hingegen darf nach einem klaren 4:1 (1:0)-Erfolg beim FC Porto (Hin: 2:0) weiter vom Double aus Meisterschaft und Königsklasse träumen. Im Estadio do Dragao waren Sadio Mané (27.), Mohamed Salah (65.), Roberto Firmino (77) sowie Virgil van Dijk (84.) erfolgreich. Eder Militao (68.) traf für Porto.

Klopp hat seit seinem Amtsantritt am Mersey 2015 mit Liverpool zwar schon dreimal ein Finale erreicht, ein Titel als Krönung blieb ihm aber bislang verwehrt. Klopp hatte überraschend die beiden ehemaligen Bundesligaprofis Naby Keita und Firmino, die beide im Hinspiel getroffen hatten, auf der Bank gelassen.

Erst nach 20 Minuten kamen die 'Reds' besser ins Spiel. Mané schlug mit der ersten Chance aus dem Nichts zu. Wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung musste Schiedsrichter Danny Makkelie aber den Videoassistenten hinzuziehen, ehe er den Treffer gab. Nach der Pause hatte Liverpool das Geschehen weitgehend im Griff, ernsthaft in Gefahr geriet der Sieg nicht mehr, da vor allem die Offensiv-Brigade des Premier-League-Spitzenreiters wie gehabt zuschlug.

Im Halbfinale kommt es am 1. und 8. Mai zum Giganten-Duell der Liverpooler gegen den FC Barcelona, der am Dienstag Manchester United ausgeschaltet hatte. Tottenham spielt gegen das Überraschungsteam von Ajax Amsterdam um den Einzug in das Endspiel am 1. Juni in Madrid.