Champions League: Klopp mit Liverpool trotz Niederlage in Rom im Finale

Am Ende gab es die Siegerfaust: Jürgen Klopp steht nach 2013 (mit dem BVB) wieder im Endspiel der Königsklasse
Am Ende gab es die Siegerfaust: Jürgen Klopp steht nach 2013 (mit dem BVB) wieder im Endspiel der Königsklasse
© REUTERS, JOHN SIBLEY, mb

04. Mai 2018 - 17:07 Uhr

Roms Aufholjagd kommt zu spät

Der FC Liverpool ist ins Finale der Champions League eingezogen. Nach einem 5:2 im Hinspiel reichte den 'Reds' ein 2:4 (2:1) bei der AS Rom, um sich für das Endspiel am 26. Mai in Kiew zu qualifizieren.

Mane bringt Liverpool früh auf Kurs

Das 2:5 aus dem Hinspiel zwang die Römer, von Beginn an aufs Tempo zu drücken. Die 'Reds' hingegen konnten abwartend agieren und die Räume dicht machen. Dementsprechend versuchten es die Hausherren zunächst aus der Distanz, aber ein Gewaltschuss von Alessandro Florenzi (6.) aus gut 25 Metern verfehlte das Tor knapp.

Liverpool behielt die Ruhe, lauerte auf Fehler des Gegners und wurde schnell belohnt. Ein ganz böser Schnitzer von Radja Nainggolan im Aufbauspiel schickte das magische Dreieck der Engländer auf die Reise. Roberto Firmino behielt beim Konter 20 Meter vor dem Tor die Übersicht und bediente Sadio Mane (9.) zur Gästeführung.

Die Roma erholte sich schnell vom ersten Nackenschlag, wenn auch etwas Glück dabei war. Zunächst verwehrte Schiedsrichter Damir Skomina den Engländern einen möglichen Elfmeter, als Mane im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Anschließend glichen die Römer mit einem Flipper-Tor aus - oder vielmehr Liverpool-Verteidiger Dejan Lovren, der einen vermeintlichen Befreiungsschlag an den Kopf von James Milner (15.) setzte, von dem die Pille in den Kasten des deutschen Keepers Loris Karius sprang.​

Wijnaldum legt erneut vor

Liverpool setzte danach weiter auf Konter. Andrew Robertson führte den Angriff über die linke Seite und bediente Mane (25.) in der Mitte, aber der Senegalese scheiterte an Roma-Torwart Alisson. Bei der darauffolgenden Ecke konnte Liverpool-Coach Jürgen Klopp dann erneut jubeln. Georginio Wijnaldum (26.) kam nach einem halbherzigen Klärungsversuch von Edin Dzeko frei zum Kopfball und erhöhte auf 2:1.

Es dauerte ein wenig, bis sich das Team von Eusebio di Francesco fing und wieder zu einer Chance kam. Die hatte es dafür in sich. Stephan El Shaarawy (35.) zog aus 20 Metern ab, Milner hielt den Fuß rein und hatte diesmal mehr Glück - der Ball segelte an den Pfosten. Bis auf diese Szene kam bis zur Pause aber nicht mehr viel, von den Gastgebern. Der Glaube an ein weiteres Wunder wie im Viertelfinale gegen den FC Barcelona schien gebrochen.

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Römischer Frust

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff keimte dann ein kleines bisschen Hoffnung für die Roten auf. Karius ließ einen Schuss von El Shaarawy etwas unglücklich vor die Füße von Dzeko prallen und der Bosnier nutzte die Chance zum 2:2-Ausgleich. Liverpool tat in der Folge zu wenig und hatte Glück, dass die Roma keinen Elfmeter zugesprochen bekam, als Trent Alexander-Arnold eine Riesenchance von El Shaarawy mit der Hand zunichte machte.

Allerdings blieb es dabei, dass die Gäste nie den Eindruck vermittelten, sich noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Bei den Italienern machte sich außerdem zunehmend Frust breit. Florenzi (77.) konnte froh sein, für seine Grätsche in die Waden von Mane nur Gelb gesehen zu haben. Trainer di Francesco verteilte schon erste Geschenke, als er El Shaarawy (75.) vom Feld nahm und der 19-jährige Mirko Antonucci zu seinem Champions-League-Debüt kam.

Nainggolans Doppelpack reicht nicht

Lediglich Dzeko (80.) schien sich noch gegen das drohende Aus zu wehren, aber Karius parierte den Schuss des Torjägers aus spitzem Winkel. Der 3:2-Führungstreffer durch einen Sonntagsschuss von Nainggolan (86.) kam zu spät und wurde kaum noch durch die Roma-Profis bejubelt. Auch das 4:2 durch den Belgier (90.+4) nach einem umstrittenen Handelfmeter war letztlich nur Ergebniskosmetik, da direkt im Anschluss der Schlusspfiff erfolgte. Letztlich zog Liverpool, souveräner als das Ergebnis vermuten lässt, ins Finale am 26. Mai in Kiew gegen Titelverteidiger Real Madrid ein.