Champions-League-Drama

Gladbach zittert sich vor den Tablets ins Achtelfinale

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10. Dezember 2020 - 15:10 Uhr

Drama in der Champions League: Gladbach zittert sich weiter

Herzschlag-Finale in der Champions League: Borussia Mönchengladbach hat trotz einer deutlichen Pleite bei Real Madrid (0:2) am letzten Gruppenspieltag das Achtelfinale der Königsklasse erreicht. Da Inter Mailand und Schachtjor Donezk zeitgleich die Punkte (0:0) teilten, schaffte Gladbach als zweitplatziertes Team der Gruppe den Sprung in die K.o.-Runde. Es ist eine historische Premiere: Nie zuvor hatte der Bundesligist das Achtelfinale in der Champions League gepackt. Im Vorgänger-Wettbewerb (Europapokal des Landesmeister) stand der fünfmalige deutsche Meister fünfmal mindestens im Achtelfinale, 1977 sogar im Endspiel (1:3 gegen Liverpool).

Das große Zittern: Männer, die auf Tablets starren

Tore: 1:0 Benzema (9.), 2:0 Benzema (32.)

Es war ein Abend des Zitterns. Schon früh zog Reals Top-Stürmer Karim Benzema Gladbach mit einem Doppelpack den Stecker. Damit richtete sich der Fokus auf die zweite Partie der Gruppe. Solange es bei Inter gegen Donezk beim Unentschieden blieb, war Gladbach durch. So mussten sich die Gladbacher bis zum Schlusspfiff in Mailand gedulden. Ein echtes Nervenspiel, auch nach dem Abpfiff in Madrid. Die Gladbacher versammelten sich am Spielfeldrand und starrten gebannt auf ihre Bildschirme. Was passierte in der Nachspielzeit beim Parallelspiel?

Dann kam die erlösende Nachricht: Abpfiff und Remis bei Inter gegen Schachtjor. Das Team brach in Jubelstürme aus und zelebrierte den Achtelfinal-Einzug. Da war auch die 0:2-Niederlage gegen Real schnell vergessen.

"Wahnsinn. Wir machen eigentlich unser schlechtestes Spiel und kommen trotzdem weiter. Am Ende haben wir richtig gezittert. Wir hatten gehofft, dass es beim 0:0 bleibt", sagte Kapitän Lars Stindl bei DAZN.

Benzema-Doppelpack

Dabei hatte der Abend entmutigend begonnen. Bereits in der 9. Minute traf Benzema – mit deutlichem Corona-Sicherheitsabstand verteidigt - per Kopf ins Tor und die Herzen aller Gladbacher Fans. Danach das gleiche Programm in Madrid: Real drückte, Gladbach konterte.

Eine knappe halbe Stunde später dann ein Déjà-vu. Rodrygo vernaschte auf der rechten Seite Elvedi und schlug aus dem Fußgelenk eine Traumflanke in den Strafraum, die Benzema – wieder freistehend - eiskalt einnickte. Die Kopie des ersten Tors und die Vorentscheidung! Ein weiterer Treffer von Modric (43.) wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Das Aluminium hatte die Gäste zuvor schon vor dem 0:3 gerettet.

Nach dem Seitenwechsel erwachte das Team von Trainer Marco Rose etwas zum Leben. Neuhaus und Plea erarbeiteten sich Torchancen. Real blieb unbeeindruckt – getreu dem Motto: Wenn es drauf ankommt, sind wir da. Nach einer starken Sommer-Parade testete Benzema die Standfestigkeit des Querbalkens (73.). Der zweite von drei Alu-Treffern.

Unterm Strich zeigte Gladbach die schwächste Leistung der Gruppenphase. Dank der starken Auftritte zuvor setzte sich die Fohlenelf aber in der Hammergruppe B verdient durch.

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