Leverkusen ohne Chance bei Juve

Champions League: 7:2-Wahnsinn! Bayern grillt Tottenham

Tottenham Hotspur - FC Bayern München
© dpa, Matthias Balk, mbk jai

03. Oktober 2019 - 13:23 Uhr

Zeichen an die Konkurrenz

Was für ein Statement: Der FC Bayern hat ein eindrucksvolles Signal an die internationale Konkurrenz geschickt. Bei Englands Top-Club Tottenham Hotspur feierten die Münchner einen denkwürdigen 7:2-Sieg. Für Bayer Leverkusen sieht es dagegen schon nach dem zweiten Spieltag düster aus. Das 0:3 bei Juventus Turin war die zweite Pleite in der Königsklasse.

Offener Schlagabtausch

Kein Taktieren, kein Abwarten: Mit offenem Visier suchten beide Teams ihr Heil in der Offensive. Kaum 120 Sekunden waren gespielt, da tauchte Gnabry frei vor Lloris auf, der Tottenham-Keeper rettete in höchster Not. Wie sein Pendant Neuer auf der Gegenseite: Son (6.) kam frei zum Abschluss, doch die Nummer 1 der Bayern war zur Stelle.

Und es ging munter weiter. Ndombele setzte Son (12.) in Szene und dieses Mal ließ der Südkoreaner Neuer keine Chance – 1:0. Kurz geschüttelt schlugen die Münchner in Person von Kimmich (15.) zurück. Aus 20 Metern ins linke untere Eck – der Ausgleich. Es blieb ein offener Schlagabtausch. Alarmstufe Rot in beiden Defensivreihen. Mit einem leichten Chancenplus bei den Hausherren. Kane (28.), Son (30.) vergaben aus aussichtsreicher Position. Die Kovac-Elf lauerte vermehrt auf Konter. Und einer saß. Nach Zuspiel von Tolisso netzte Toptotjäger Lewandowski in Müller-Manier aus der Drehung ein – 1:2.

Gnabry-Gala nach der Pause

 01.10.2019, xkvx, Fussball UEFA Champions League, Tottenham Hotspur - FC Bayern Muenchen emspor, v.l. Serge Gnabry FC Bayern Muenchen celebrate the goal, Der Torjubel zum 1:3 DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and
Brüllte seine Freude über die vier Tore nur so heraus: Nationalspieler Serge Gnabry
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Und Bayern wollte mehr. Gnabry  - einmal mit rechts (53.), einmal mit links (55.) - schraubte das Ergebnis binnen zwei Minuten in die Höhe. Durchatmen? Von wegen! Coman traf Rose nach einer Neuer-Abwehr eher unglücklich – Strafstoß – (59.) Kane sagte Thanks. Der Glaube kehrte zurück nach London. Eriksen (66.) scheiterte aus 19 Metern an Neuer. Denkbar knapp.

Die "Spurs" riskierten alles, legten die letzten taktischen Fesseln ab. Doch Bayern behielt die Nerven, ließ Ball und Gegner laufen. Und hatte einen überragenden Gnabry. Thiago auf den Nationalspieler (83.) - das 2:5. Was folgte, war eine Show des Rekordmeisters. Alles gelang. Die Kovac-Elf wie im Rausch. Und bei Tottenham brachen alle Dämme. Wieder Lewandowski (87.), und wieder Gnabry (88.). Man traute seinen Augen kaum - 2:7 prangte auf der Anzeigetafel im weiten Rund.

Juve hält Leverkusen in Schach

Für Leverkusen begann der Abend vielversprechend. Die Bosz-Elf agierte mit breiter Brust. Von übermäßigem Respekt vor Ronaldo & Co. keine Spur. Juve gelang zunächst wenig, es fehlte die Linie im Spiel der Italiener. Aus dem Nichts die Führung für die Hausherren: Cuadrado löffelte den Ball an den 16er, Tah klärte unglücklich per Kopf, der Ball landete bei Higuain (17.), und der Angreifer zog humorlos aus 17 Metern ab. Ein Wirkungstreffer.

Italiens Serienmeister bestimmte fortan das Geschehen. Und das tat dem Spiel gar nicht gut. Kein Tempo, kein Spielwitz, kein Risiko, Juve verwaltete den Vorsprung nach italienischer Art. Verdammte Leverkusen zu Statisten einer seelenlosen, aber effektiven Vorstellung. Bernadeschis Treffer (62.) nach Pass von Higuain ließ die Luft endgültig einer am Ende einseitigen Partie. Ronaldo (89.) setzte dann den Schlusspunkt.