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Was war denn mit dem Schiri los?

Dieser BVB ist schon eigenartig

Marco Reus of Dortmund during the Champions League Group Stage F day 1 football match between SS Lazio and Borussia Dor
Marco Reus of Dortmund during the Champions League Group Stage F day 1 football match between SS Lazio and Borussia Dor
© imago images/Insidefoto, Andrea Staccioli / Insidefoto via www.imago-images.de, www.imago-images.de

07. April 2021 - 13:49 Uhr

Dortmund verliert, darf aber weiterträumen

Nach der Bundesliga-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt wird Borussia Dortmund mit einem fast schon shitstormigen Schwall an Kritik übergossen. Selbst vom eigenen Boss. Bei Manchester City gibt es eine starke Reaktion – mit viel Pech.

Nach Fehlentscheidung: Sancho kritisiert Schiedrichter

Jadon Sancho packte tüchtig die Wut. Dass Schiedsrichter Ovidiu Hategan seinem BVB ein Tor gegen Manchester City nicht anerkannte – nicht zu akzeptieren. Und wenn es nach den Herzchen geht, die der junge Engländer für seinen Twitter-Frust einsammelte, dann war das Stimmungsbild in der digitalen Welt so: Klares Tor, schwacher Schiedsrichter. Nun war die Szene der Empörung nicht ganz so eindeutig, wie das Herzens-Barometer. Jude Bellingham, auch so ein junger Engländer des BVB, hatte im Viertelfinal-Hinspiel Torwart Ederson den Ball vom Fuß geklaut. Er war dabei hauchzart schneller am Ball als der Brasilianer, es kam zum Kontakt. Tendenz (I): kein Foul. Und weil Bellingham durch war. Tendenz (II): Tor.

Pfiff des Schiedsrichters indes: Foul. Ohne Überprüfung. Folge (I): kein Tor. "Ich hätte mir gewünscht, dass der Schiedsrichter die Szene zum aberkannten Tor laufen gelassen hätte und sich die Szene angeschaut hätte, denn dann hätte er es immer noch zurücknehmen können", ärgerte sich Trainer Edin Terzic später. "Es ist brutal ärgerlich, das ist aber auch der Fußball. Nicht nur wir machen Fehler, sondern auch Andere und darauf ist man auch angewiesen."

Späte Niederlage für den BVB

(Spät)Folge (II): eine Niederlage. Die drückte sich in Zahlen so aus: 1:2. Und sie war so viel frustrierender als es der nüchterne Blick auf das Ergebnis verrät. Denn erst in der 90. Minute kassierte der BVB durch den spektakulären Phil Foden den entscheidenden Treffer, nachdem sich die Mannschaft vorher sehr beeindruckend gegen die himmelblaue Wucht gewehrt hatte, nachdem sie den "Torklau" weggesteckt und die Führung durch Kevin De Bruyne (19.) durch Marco Reus (83.) gerade erst erfolgreich gekontert hatten. "Wenn wir mit dem 1:1 nach Hause gehen, sind wir zufrieden", urteilte Mats Hummels bei DAZN. "So ist das Gefühl nicht gut, obwohl wir sehr viel richtig gemacht haben heute."

Dortmund überzeugt auf dem Platz

Es war die bereits x-te Wiedergutmachung in dieser Saison. Und dieses Mal tat sie besonders Not. Denn Clubchef Hans-Joachim Watzke hatte der Mannschaft nach der Bundesliga-Pleite gegen Eintracht Frankfurt, die die erneute Qualifikation für die Champions League verdammt schwer macht, die Funktion des Schutzpatrons aufgekündigt. Zu geschockt war der 61-Jährige von der Leblosigkeit der Spieler in diesem Spiel um Lachs oder Laube. Was dieses Team der Hochbegabten kann, wenn es will, das ist schlicht bemerkenswert. Zu sehen nun im Etihad Stadium. Zwar war es dieses Mal nicht der wuchtige Zauberfußball oder aber der bezaubernde Wuchtfußball von Sancho (verletzt) und Erling Haaland, der die Welt staunen ließ, dieses Mal nahmen die Dortmunder mit dem völlig überraschend in der Startelf stehenden Talent Ansgar Knauff dem Top-Ensemble von Josep Guardiola die faszinierende Leichtigkeit.

Stark im Pressing, äußerst aggressiv im Duell, leidensfähig in der Laufarbeit, taktisch extrem diszipliniert, kompromisslos in gefährlichen Situationen. Würden die Borussen immer so oder auch so ähnlich spielen, der zähe Schatten der Mentalitätsdebatte wäre längst verschwunden. Weil das aber nicht so ist, bleibt diese Mannschaft in ihrem Talent und Tun einzigartig und eigenartig. Und wieder einmal brachte sich der BVB um ein Statement, weil einfach dumme

Fehler passierten. "Man sieht eben, wenn man ein oder zwei Male nicht auf der Höhe ist, dann klingelt es und das ist uns leider passiert", analysierte Terzic.

Vermeintliches Foul von Emre Can: VAR greift ein

Vor dem 0:1 leistete sich der sonst in der Mittelfeld-Herrschaft und Ausstrahlung überragende Emre Can, bester Borusse neben dem fleißigen und robusten Bellingham, einen Fehlpass mit krachender Ansage, die weit über den Ärmel-Kanal hinaus zu hören war. Und auch der späte Schock durch Foden, war ein Treffer, den man gut hätte verteidigen können, wie Hummels fand. In der Tat war das Stellungsspiel des eingewechselten Thomas Meunier eher schlecht. Besonders bitter: Meunier hatte das Tor von Reus mit eingeleitet.

Schlecht, dieses Urteil hefteten an diesem Abend viele Menschen dem Schiedsrichter an. Und das nicht bloß wegen des Dortmunder "Tor-Klaus". Zuvor hatte er bereits einen Elfmeter für die Gastgeber gegeben. Minutenlang schaute er sich auf Hinweis seines Video-Assistenten die Szene zwischen Can und Rodri an – und revidierte seine Entscheidung schließlich nur äußerst zögerlich. Souverän wirkte das nicht. Ebenso wie Anfang Dezember, als er das Skandalspiel zwischen Paris St. Germain und Başakşehir Istanbul geleitet hatte. Warum er nun allerdings die Entscheidung zurücknahm, nicht aber die Gelbe Karte gegen Can – unklar.

Haaland überzeugt nicht und steht vor ungewisser Zukunft

Ebenso unklar ist weiterhin auch die Situation von Haaland. Um den Norweger ranken sich ja Gerüchte um wilde Verhandlungs-Trips und noch wildere Ablösesummen. Wie er dazu steht, Status unkommentiert. Was er aber will, unmissverständlich. Der Norweger will Champions League. Wie bei Länderspielen sang er die Hymne mit. Ein Haaland in der Europa League, klingt reichlich kurios. Ist angesichts der Lage in der Bundesliga allerdings ein bedrohliches Szenario. Abzuwenden auch noch über den Triumph in der Königsklasse. Lange Zeit konnte er gegen Manchester aber keinen Beitrag dazu leisten. Weder kam er gut ins Pressing, noch in starke Abschlussszenen. Eine hatte er nach der Pause. Im Stolpern scheiterte er an Ederson.

Und obwohl er erstmals in dieser Königsklassen-Spielzeit ohne Treffer blieb, hatte er dennoch wieder einen Moment seiner Unwiderstehlichkeit. Wie er Reus vor dem Ausgleich freispielte, das war einfach richtig gut. Dortmund ohne Haaland, das ist wie der FC Bayern ohne Robert Lewandowski, wie der FC Barcelona ohne Lionel Messi. Und so soll es nicht kommen. "Wir planen weiter mit ihm - unabhängig davon, wo wir am Ende landen werden", sagte der BVB-Sportdirektor Michael Zorc noch vor dem Anpfiff in Manchester.

Auf die jüngsten Medienberichte aus Spanien über ein Treffen zwischen Haalands Vater Alf-Inge und Berater Mino Raiola mit Barça-Präsident Joan Laporta reagierte Zorc gelassen. Der BVB habe mit dem Vater und dem Berater bereits vor der vielbeachteten Reise ein Gespräch geführt: "Sie haben von uns eine klare Botschaft bekommen." Demnach soll er auch gehalten werden, wenn der Klub tatsächlich die Qualifikation für die Champions League verpasst. Das klingt irgendwie eigenartig. Erst recht an diesem Dienstagabend. Aber es wäre so passend zu dieser Dortmunder Mannschaft

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