Cem Özdemir: Erdogan-Wähler nicht besser als AfD-Wähler

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25. Juni 2018 - 12:04 Uhr

Die Unterstützung für Erdogan bereitet Cem Özdemir Sorgen

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir hat das Wahlverhalten der Türken in Deutschland scharf kritisiert. "Die feiernden deutsch-türkischen Erdogan-Anhänger jubeln nicht nur ihrem Alleinherrscher zu, sondern drücken damit zugleich ihre Ablehnung unserer liberalen Demokratie aus. Wie die AfD eben", sagte der Bundestagsabgeordnete in der Nacht zum Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Das muss uns alle beschäftigen."

Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam Erdogan auf 52,5 Prozent

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei der Wahl am Sonntag in Deutschland ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als zu Hause. Nach Auszählung von 71,9 Prozent der Stimmen in Deutschland lag er mit 65,8 Prozent weit vor seinem stärksten Konkurrent Muharrem Ince von der größten Oppositionspartei CHP mit 21,5 Prozent. Das Gesamtergebnis des amtierenden Präsidenten ist deutlich schwächer: Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam er auf 52,5 Prozent.

Cem Özdemir würdigte, dass die pro-kurdische HDP die Zehn-Prozent-Hürde übersprungen hat und damit wieder ins Parlament einzieht. "Ihr gutes Abschneiden und die Wechselstimmung der letzten Wochen zeigen, dass viele Menschen in der Türkei die Nase voll haben von Erdogans Angstregime", sagte der Grünen-Politiker. "Wäre dieser Wahlkampf einigermaßen fair verlaufen, dann hätte Erdogan die Macht abgeben müssen." Es bleibe den Oppositionsparteien CHP und HDP nun zu wünschen, dass sie auch über den Wahlkampf hinaus "ein Stachel im Fleisch des Regimes bleiben und das Licht der Demokratie in der Türkei hochhalten".