Politik-Beben

Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Kanzler-Kandidatur

10. Februar 2020 - 14:48 Uhr

CDU-Chefin AKK will Parteivorsitz abgeben

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer verzichtet auf eine Kandidatur als Kanzlerkandidatin. Das habe Kramp-Karrenbauer im CDU-Präsidium mitgeteilt, erklärte ein CDU-Sprecher. Sie wolle "zum Sommer den Prozess der Kanzlerkandidatur organisieren, die Partei weiter auf die Zukunft vorbereiten und dann den Parteivorsitz abgeben", heißt es aus CDU-Kreisen.

Das CDU-Präsidium hat mit langem Schweigen auf die Ankündigung reagiert, die CDU-Spitze sei von der Entscheidung überrascht worden.

AKK ist gegen Zusammenarbeit mit AfD

Annegret Kramp-Karrenbauer hat im Präsidium gerade gesagt, dass es ein ungeklärtes Verhältnis von Teilen der CDU mit AfD und Linken gibt. AKK ist strikt gegen eine Zusammenarbeit mit AfD und Linke. Zudem ist es offensichtlich, dass Parteivorsitz und Kanzlerschaft / Kanzlerkandidatur in eine Hand gehören.

Aber wer AKK nachfolgen könnte, bleibt noch offen. Bislang hat keiner der Anwesenden seinen Hut für eine mögliche Kandidatur in den Ring geworfen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen. 

Merkel: AKK bleibt Ministerin

Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel (Archiv-Bild)
Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel (Archiv-Bild)
© REUTERS, Matthias Rietschel, THO/IVE/joh

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, dass Annegret Kramp-Karrenbauer Ministerin bleibt. Das wurde aus der Sitzung des CDU-Präsidiums bekannt. Merkel habe Kramp-Karrenbauer zudem ihren großen Dank ausgesprochen.

Die Reaktionen zu AKKs Rücktritt im Kurzüberblick:

  • Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den ankündigten Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer vom Partei-Vorsitz als "ungewöhnlich ernste Situation für die CDU, für alle in der CDU" bezeichnet.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn hat Annegret Kramp-Karrenbauer Respekt für ihren Rückzug gezollt. "Ich habe großen Respekt vor dieser unerwarteten Entscheidung", twitterte Spahn. Die Trennung von Parteiführung und Kanzleramt sei eine schwierige Situation gewesen.
  • Die AfD begrüßte den Schritt: "Ihre parteiinterne Politik der Ausgrenzung gegenüber unserer demokratischen Bürgerpartei hat sich nicht durchsetzen können, und das ist auch gut so", so Alexander Gauland.
  • Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat sich zunächst zurückhaltend geäußert. "In so einer Situation ist kluges Nachdenken wichtiger, als schnell zu reden", ließ der CDU-Politiker seinen Sprecher mitteilen.
  • Die Thüringer Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow nannte die Entscheidung "konsequent". "Ich glaube, der Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer zeigt, dass die Strategie der CDU, AfD und Linke immer in einen Topf zu werfen, völlig an ihr Ende gekommen ist."