RTL/ntv "Frühstart"

CDU-Politiker über Machtkampf in der Union: „Das hat Spuren hinterlassen und es gibt auch Enttäuschte an der Basis“

Mathias Middelberg (CDU) wollte eigentlich Söder, stellt sich jetzt aber voll hinter Laschet.
Mathias Middelberg (CDU) wollte eigentlich Söder, stellt sich jetzt aber voll hinter Laschet.
© deutsche presse agentur

21. April 2021 - 12:22 Uhr

Mathias Middelberg (CDU) wollte, wie viele anderen in der Union, eigentlich Söder als Spitzenkandidaten. Doch der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion ist sich sicher, dass sich die meisten mit Laschet „arrangieren“ werden.

Mathias Middelberg (CDU) ist froh, dass die Union die Machtfrage endlich geklärt hat. Über den tagelangen Streit zwischen Armin Laschet und Markus Söder sagt Middelberg im RTL/ntv-Frühstart: "Es hat gewisse Zerwürfnisse gegeben, weil wir das sehr offen diskutiert haben. Das hat Spuren hinterlassen und es gibt auch Enttäuschte an der Basis." Auch Middelberg hätte sich lieber Markus Söder als Spitzenkandidaten gewünscht, stellt sich nach der Entscheidung aber hinter Armin Laschet und zieht Vergleiche mit der Kandidatenentscheidung bei den Grünen. "Ich hatte eine gewisse Neigung für Markus Söder und die gab es auch in meinem Landesverband in Niedersachsen. Aber wahrscheinlich hat es auch bei den Grünen viele gegeben, die auf Robert Habeck gesetzt haben und trotzdem stehen die jetzt voll hinter Frau Baerbock."

Dass das Zerwürfnis den Zusammenhalt der Union nachhaltig zerstört habe, sieht Middelberg nicht. "Ich sehe keine interne Spaltung. Es gibt Präferenzen für den einen und den anderen Kandidaten, das war aber nicht unversöhnlich.", sagt Middelberg und schaut optimistisch auf die kommenden Tage: "Die meisten werden sich mit dieser Entscheidung arrangieren, da bin ich sehr zuversichtlich. Armin Laschet ist ein hervorragender Spitzenkandidat, hinter dem sich jetzt alle versammeln."

"Es ist nicht selbstverständlich, dass die Union im Herbst wieder den Kanzler stellt.“

Mit Blick auf die Bundestagswahl sagt der Middelberg: "Die Leute werden sich überlegen, wen wollen wir lieber an der Spitze der Regierung haben – die Union oder schlägt das Herz für die Grünen." Die aktuelle Forsa-Umfrage zeigt dabei einen klaren Vorteil für die Grünen. Das scheint Middelberg aber nur wenig zu besorgen. Der CDU-Politiker hat Vertrauen, dass die Union die Verluste bis zur Bundestagswahl im September wieder aufholen kann: "Das war auch in Nordrhein-Westfalen bei der Landtagswahl 2017 so. Am Anfang war Armin Laschet in Umfragen weit hinter Hannelore Kraft und am Ende hat er den Vorsprung nicht nur aufgeholt sondern die SPD auch fast überholt."

Doch Middelberg ist sich sicher, dass es kein einfacher Weg aus dem Umfragetief wird. "Wir sollten die Umfragen in den nächsten Tagen und Wochen abwarten, aber auch die werden kritisch sein. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Union im Herbst wieder den Kanzler stellt.", so Middelberg zu RTL/ntv.

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