„Diese Kinderattrappen verharmlosen den sexuellen Umgang mit Kindern"

Verbot von Kinder-Sexpuppen gefordert - freier Verkauf schockiert Politikerinnen der CDU/CSU-Fraktion

Sexpuppen, die aussehen wie Kinder, sind in Deutschland bisher nicht verboten.
Sexpuppen, die aussehen wie Kinder, sind in Deutschland bisher nicht verboten.
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27. August 2020 - 16:39 Uhr

Bisher sind Kinder-Sexpuppen in Deutschland frei verkäuflich

Sexpuppen, die aussehen wie Kinder, sind in Deutschland nicht verboten. Wenn es nach der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion geht, sollte sich das ändern. Sie wollen Herstellung, Vertrieb, Verkauf und Besitz von Kinder-Sexpuppen hierzulande komplett verbieten. "Diese Kinderattrappen verharmlosen den sexuellen Umgang mit Kindern und sie ermöglichen potenziellen Tätern, den Missbrauch an Kindern einzuüben", erklärte Yvonne Magwas, die Vorsitzende der Gruppe.

Yvonne Magwas hält Verbot von Kindersexpuppen für überfällig

Magwas findet es erschreckend, wie leicht man solche Puppen in Deutschland kaufen könne. Sie forderte von der Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), die Gesetzeslage schnellstens nachzubessern. Das Problem dürfe nicht relativiert werden. "Die aktuellen Missbrauchsfälle zeigen deutlich, dass im Kampf gegen Kindesmissbrauch dringend nachgebessert werden muss", meint Magwas.

Aus ihrer Sicht ist dazu ein Verbot von Kinder-Sexpuppen notwendig, sowie die Aufstockung von Präventionsmaßnahmen. "Dazu gehören etwa flächendeckende Therapieangebote, ähnlich dem Netzwerk 'Kein Täter werden' an der Berliner Charité", erklärte Magwas in einer Pressemitteilung.

Auch die SPD-Fraktion in Niedersachsen ist für ein Verbot

Auch die SPD-Landtagsfraktion in Niedersachsen forderte vor einigen Wochen ein generelles Verkaufsverbot für Kinder-Sexpuppen. Solche Puppen könnten die Vorstufe zu tatsächlichem sexuellen Missbrauch von Kindern darstellen und die Hemmschwelle bei potenziellen Tätern für einen echten Übergriff herabsenken, sagte die SPD-Abgeordnete Wiebke Osigus. Handlungsspielräume von Tätern müssten eingedämmt werden, auch bei der Verfügbarkeit von widerlichem Sexspielzeug.