Sport
Aktuelle Sportnachrichten, Ergebnisse und Spielberichte

Causa Ronaldo: Der Bundesliga droht die Bedeutungslosigkeit

Ligapokal, am Samstag (21.07.2007) in der LTU-Arena in Düsseldorf. Ein Fußball mit dem DFL- Logo (Deutsche Fußball Liga ) liegen auf dem Rasen. Foto: Rolf Vennenbernd dpa  +++(c) dpa - Report+++
Die Bundesliga verliert international den Anschluss. © picture-alliance/ dpa, Rolf Vennenbernd

Die Bundesliga braucht Stars

Von Timo Meerkamp

Mit der Verpflichtung von Cristiano Ronaldo ist Juventus Turin ein echter Coup gelungen. Doch nicht nur der Verein profitiert von dem Transfer des dreimaligen Weltfußballers. Für die gesamte Serie A bedeutet der Deal ein Aufbruch zu neuen Ufern, die Liga erfreut sich neuer Strahlkraft. Und die Bundesliga? Braucht das deutsche Oberhaus Superstars, wenn es international Beachtung finden will? Unbedingt.

International unter ferner liefen

Ja, noch sind die Stadien voll und Millionen Fußball-Fans sitzen vor den heimischen Geräten. Doch dieser Zustand ist nicht in Stein gemeißelt. Sportlich hinkt die Bundesliga der Konkurrenz hinterher. In der Fünf-Jahreswertung sind Spanien, England und Italien enteilt, die Ligue 1 der deutschen Beletage auf den Fersen.

In der Spielzeit 2017/18 lag die Bundesliga gar nur auf Platz 6 (!) hinter der russischen Premier Liga. Die Performance der deutschen Clubs in Europa in der vergangenen Saison war schlichtweg eine Katastrophe.

Meisterschaft ein Langweiler

Und im nationalen Wettbewerb? Herrscht gähnende Langeweile. Der FC Bayern kickt sich von Jahr zu Jahr zur deutschen Meisterschaft. Von ernstzunehmender Konkurrenz fehlt jede Spur. Borussia Dortmund, Schalke 04, RB Leipzig, für viele hochveranlagte Spieler – wenn überhaupt – ein Sprungbrett in die großen europäischen Ligen.

Topstars meiden die Bundesliga. Auch wegen des Geldes. Allein in puncto TV-Vermarktung klafft die Lücke zwischen der Bundesliga und den anderen Top-Ligen immer weiter auseinander. Schüttete die DFL in der Saison 2017/18 rund 1,1 Milliarden Euro an die Bundesligisten aus, waren es in der Premier League im gleichen Zeitraum knapp 2,3 Milliarden.

Kein Markt für Investoren

Zudem drängen überall Investoren in den Markt. Erst kürzlich kaufte ein US-Hedgefonds den AC Mailand. In England stehen Scheichs und andere Milliardäre jedweder Couleur Schlange für ein Investment. Ein undenkbares Szenario in Deutschland - die 50+1 Regen lässt grüßen. Ein Problem, denn Stars folgen dem Ruf des Geldes.

So geben sich in der Primera Division und der Premier League die Superstars die Klinke in die Hand, in Frankreich berauschen sich die Fans an Neymar und Kylian Mbappe, und nun hat auch die Serie A mit Ronaldo das Aushängeschild schlechthin.

Und die Bundesliga? Außer Robert Lewandowski verdient kein ausländischer Ausnahmespieler hierzulande seine Brötchen. Und der will weg. Nach Spanien, aber vielleicht kommt nun auch Italien infrage.

Mehr Sport-Themen