Cannabis-Plantage in Sachsen-Anhalt: Prozess gestartet

Das Landgericht Erfurt. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
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08. Juli 2020 - 13:33 Uhr

Weil sie als Teil einer Bande von Erfurt aus auch bei internationalen Drogengeschäften im großen Stil mitgewirkt haben sollen, stehen vier Männer seit Mittwoch vor dem Landgericht Erfurt. Die für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft Gera wirft den heute 24, 25, 42 und 30 Jahre alten Männern in der am Mittwoch verlesenen Anklage vor, sich mit anderen zu einer Bande zusammengeschlossen zu haben, um mit dem Drogenhandel ihren Lebensunterhalt dauerhaft zu finanzieren.

Angeklagt sind sie auch wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Konkret ist die Rede von etwa 27 Kilogramm Heroin, 23 Kilogramm Kokain, 20 Kilogramm Marihuana und 16 Kilogramm Haschisch. Insgesamt geht es der Anklage nach um fast 40 Fälle im Zeitraum von Mai 2019 bis April 2020.

In der langen Liste der Vorwürfe sticht besonders auch eine Kurierfahrt hervor, mit der allein 27 Kilogramm Heroin von den Niederlanden nach Norwegen hätten geschafft werden sollen. Zudem seien die Männer auch beim Anbau von Cannabispflanzen involviert gewesen: In Sachsen-Anhalt sollen sie eine große Plantage betreut haben, die die Polizei vergangenes Jahr im Altmarkkreis Salzwedel entdeckt hatte.

Angaben zu den Vorwürfen machte am Mittwoch keiner der Angeklagten. Am 15. Juli soll der Prozess weitergehen.

Quelle: DPA