Betreiber will den „Schandfleck“ loswerden

Campingplatz-Besitzer räumt auf: Hier wird die Hölle von Lügde abgerissen

10. April 2019 - 18:53 Uhr

Video: Hier wird der schreckliche Tatort für immer vernichtet

Mehrere Bagger sind angerollt, um die Hütte von Andreas V. auf dem Campingplatz "Eichwald" in Lügde dem Erdboden gleich zu machen. In diesen vier Wänden soll der 56-jährige Dauercamper mit einem Komplizen über Jahre hinweg mindestens 40 Kinder missbraucht haben.

Campingplatz-Betreiber hatte auf Freigabe gewartet

Am Mittwoch war es soweit: Campingplatz-Besitzer Frank Schäfsmeier ließ die Parzelle von Andreas V. räumen und setzte dafür schweres Gerät ein. Er will den "Schandfleck" loswerden, wie er sagt. Arbeiter leerten zunächst den verwinkelten Holzbau des 56-jährigen Arbeitslosen und warfen das Material in einen Container. Eine erste Ladung wurde am Morgen abtransportiert. Die Arbeiten sollen mehrere Tage dauern.

Nach Polizeiangaben wurde der Tatort, in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Detmold, bereits am 27. März freigegeben. Demnach wurden die für die Spurensuche aufgestellten Absperrgitter  schon am 23. März abgebaut. "Trotz des Abbaus dieser äußeren Sicherung, blieben einzelne Objekte auf dem Campingplatz zunächst weiterhin beschlagnahmt und versiegelt", sagte ein Sprecher.

Vor zwei Wochen seien dann das Flatterband, sowie die polizeilichen Siegel an den Objekten von den Ermittlern entfernt worden.

Wie perfide der Täter bei seinen Taten vorging, zeigt unser Video oben.

Mindestens 40 Missbrauchsopfer

Andreas V. soll mit einem 33-jährigen Komplizen über Jahre hinweg mindestens 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus Stade sitzen in Untersuchungshaft. Der Stader soll die Missbrauchstaten live im Internet verfolgt haben. Gegen die weiteren Beschuldigten wird wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material, Strafvereitelung oder Beihilfe zum Missbrauch ermittelt. Dazu kommen zwölf Verdachtsfälle. Die Zahl der Beschuldigten liegt derzeit bei acht.

NRW-Innenminister Herbert Reul hatte am Montag eingeräumt, dass die strafrechtliche Aufarbeitung des Falls wegen der Menge an Beweismaterial kaum zu bewältigen sei. "Wir stehen vor Bergen von Daten, Bildern und Filmen, die da zusammenkommen", so Reul.