Wieder keine Punkte für die Kellerkinder

Bye, bye Bundesliga? Hannovers Aufholjagd bleibt im Schneechaos unbelohnt - auch Nürnberg verliert weiter

Hannover 96 v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga
Hannover 96 v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga
© Bongarts/Getty Images, Bongarts

11. März 2019 - 6:09 Uhr

Im Tabellenkeller wird es dunkel

Bei Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg gehen im Tabellenkeller der Bundesliga so langsam die Lichter aus. In den Sonntagspartien des 25. Spieltags kassierten der Vorletzte und der Letzte der Liga erneut Niederlagen. Ein Funken Hoffnung bleibt aber, denn beide Teams präsentierten sich kämpferisch stark.

Schnee verhindert Tor für Hannover

Ein Chaos-Spiel gefällig? Dann wart ihr bei der Bundesligapartie zwischen Hannover 96 und Bayer Leverkusen genau richtig. Ein plötzlich einsetzender Wintereinbruch mit starken Schneefällen sorgte für eine kuriose Partie mit langer Spielunterbrechung und weißen Flocken, die ein Tor der Niedersachsen auf kuriose Weise verhinderten.

Garniert wurde der spektakuläre Fußball-Abend von einer Aufholjagd der schon totgesagten Hannoveraner. Das Team von Motzki Thomas Doll ("Ich hab kein Bock mehr auf die Scheiße hier!") kam nach einem 0:2-Rückstand zurück und stellte auf 2:2 – um dann durch ein Gegentor kurz vor Schluss doch wieder zu verlieren.

Nicht ganz so aufregend, aber ähnlich emotional war es in Sinsheim, wo die TSG Hoffenheim ein mühevolles 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg feierte. Der Tabellenletzte aus dem Frankenland ist nun seit 19 Spielen ohne Sieg und war nach den 90 Minuten am Boden zerstört. Relegationsplatz 16 ist für den Club sechs Punkte entfernt.

Hannover 96 - Bayer Leverkusen 2:3 (0:2)

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Bittere Pleite: Hannovers aufopferungsvoller Kampf bleibt unbelohnt
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Tore: 0:1, 0:2 Volland (13./18.), 1:2 Jonathas (51.), 2:2 Weiser (73./Eigentor), 2:3 Havertz (87.)

Im überraschenden Schneetreiben erwischte Bayer den besseren Start. Michael Esser parierte gegen Julian Brandt, beim Abpraller staubte Kevin Volland zum 0:1 ab. Auch das zweite Tor legte Brandt für Volland auf, der per Lupfer traf. Dann wurde es kurios und bei Hannover bewahrheitete sich die alte Fußballweisheit: Haste Schei.. am Fuß, haste Schei.. am Fuß - oder in diesem Fall eher Schnee. Genki Haraguchi umkurvte in der 33. Minute Bayer-Torwart Lukas Hradecky und schoss den Ball flach auf das leere Tor. Vom Schnee gebremst blieb die Kugel exakt auf der Torlinie liegen, so dass Jonathan Tah noch klären konnte.

Die Partie wurde daraufhin rund zehn Minuten unterbrochen. Dann kam 96 bärenstark auf und glich durch ein Eigentor von Mitchell Weiser sowie einen Treffer von Ex-Landesliga-Kicker Hendrik Weydandt hoch verdient aus. Bayer reagierte humorlos, Kai Havertz traf nach Brandts drittem Assist zur Entscheidung - und Hannover dachte wieder an die alte Fußballweisheit.

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Am Boden zerstört: Die Club-Spieler nach der erneuten Niederlage in Hoffenheim
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Tore: 1:0 Kramaric (25./Handelfmeter), 1:1 Behrens (61.), 2:1 Kramaric (78.)

Bereits nach vier Minuten bekam Hoffenheim den ersten Elfmeter zugesprochen, den Schiedsrichter Christian Dingert nach Studium des Videobeweises aber wieder zurücknahm. Die Bilder zeigten eindeutig: Andrej Kramaric hatte sich eine Schwalbe geleistet. Der Kroate blieb danach im Mittelpunkt - aber nur noch im positiven Sinne. Patrick Erras stoppte einen Freistoß von Kramaric mit der Hand, der zweite Elfmeterpfiff war korrekt und Hoffenheims Strafstoß-Spezialist verwandelte sicher.

Hoffenheim hatte die Partie voll im Grif, Ishak Belfodil traf den Pfosten (33.), mehrfach rettete ansonsten ein Nürnberger Abwehrbein oder starke Schlussmann Christian Mathenia. Zudem vergab Pavel Kaderabek aus einem einzigen Meter Torentfernung (43.). In Halbzeit zwei wurde Nürnberg mutiger und glich überraschend aus, als Hoffenheims Abwehr im Tiefschlaf versunken war. Der Tabellenletzte schnupperte nun am Punktgewinn, bis Matchwinner Kramaric wieder zuschlug: Mit der Hacke sorgte der 27-Jährige für die Entscheidung.