BVB schlägt Donezk und zieht ins CL-Viertelfinale ein

6. März 2013 - 13:57 Uhr

Borussia Dortmund spielt wieder im Konzert der ganz Großen mit. Die Mannschaft von Jürgen Klopp hat nach einem souveränen 3:0-Sieg (Hinspiel 2:2) gegen Schachtjor Donezk das Ticket für das Champions-League-Viertelfinale gelöst. Santana, der alles überragende Götze und Blaszczykowski trafen beim in der Höhe verdienten Heimsieg der Borussen.

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Der Türöffner: Felipe Santana brachte mit seinem Kopfballtor den BVB auf die Siegerstraße
© dpa, Marius Becker

BVB-Coach Klopp stellte seine Elf im Vergleich zum 3:1 gegen Hannover auf drei Positionen um. Für Kevin Großkreutz rückte Lukasz Piszczek auf die Rechtsverteidigerposition, Sven Bender und Mario Götze ersetzen Sebastian Kehl und Julian Schieber. Für den Grippe geplagten Mats Hummels reichte es nicht – Felipe Santana blieb an der Seite von Neven Subotic in der Innenverteidigung.

In dem mit 66.000 Zuschauern ausverkauften Westfalenstadion verzichtete die Borussia auf die übliche Abtastphase. Das 'Kloppsche schnelle Umschaltspiel' brachte nach fünf Minuten bereits zwei Ecken ein, die aber nicht in Torchancen umgemünzt wurden. Schachtjor Donezk operierte in der Anfangsviertelstunde viel mit langen Bällen – die Dortmunder liefen die Gäste schon früh in ihrer eigenen Hälfte an. In der 12. Minute dann der erste Hochkaräter für die Schwarz-Gelben: Götze schickte Lewandowski mit einem Flachpass auf die Reise, doch der herausstürzende Gästekeeper Pjatow verhinderte die frühe Führung für den BVB.

Danach rückte Schiedsrichter Damir Skomina aus Slowenien in den Mittelpunkt. Lewandowski nahm im Mittelfeld mit dem am Ball Fuß Fahrt auf und wurde von Rakitskiy kompromisslos per Grätsche gelegt (20.). Skominas Pfeife blieb unverständlicherweise aber stumm. Mitte der ersten Halbzeit wogte das Spiel hin und her. Beide Mannschaften überbrückten mit schnellen Ballstafetten das Mittelfeld und suchten mit Steilpässen ihre Sturmspitzen Lewandowski und Luiz Adriano.

Dann begann in der 30. Minute die große Show des Mario Götze. Dortmunds Nummer 10 dribbelte sich unwiderstehlich durch die gegnerischen Abwehrreihen, um dann aus rund 16 Metern abzuziehen. Der Schuss wurde auf Kosten einer Ecke abgeblockt. Donezk bezahlte die Rechnung: Götze flankte den Ball auf Felipe Santana, der sich am ersten Pfosten im Luftkampf gegen Rat durchsetzte und unhaltbar zum 1:0 einköpfte (31.).

Mit der Führung im Rücken übernahm der BVB vollends das Zepter im Spiel. Götze schwang sich dabei zum König in der BVB-Offensive auf. Praktisch jeder Angriff lief nun über den kleinen Dribbelstar. Donezk wirkte angeknockt und verlor die Ordnung. In der 37. Minute stieß Lewandowski über rechts in die löchrige Donezk-Abwehr und legte flach in die Mitte. In der Mitte setzte sich Götze gegen zwei Ukrainer durch, um den Ball unhaltbar ins linke Eck zu schieben.

Lewandowski hatte fünf Minuten später sogar das 3:0 auf dem Fuß, doch der Pole zögerte zu lange und Tomas Hübschmann klärte in letzter Sekunde. Die Borussia ging mit einer verdienten 2:0-Führung in die Halbzeit.

Dortmund behält weiße Weste in der Königsklasse

Donezk-Coach Mircea Lucescu brachte für die 2. Hälfte Douglas Costa für den schwachen Taison und auch BVB-Coach Klopp musste seine Elf umstellen. Kehl kam für den am Knöchel verletzten Bender ins Spiel. Douglas Costa wirbelte die noch unsortierte Dortmunder Hintermannschaft ordentlich durcheinander. Doch die Gäste fanden zu Beginn der 2. Halbzeit immer wieder ihren Meister in BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller.

Die Dortmunder zeigten sich nur kurz beeindruckt. Reus und Götze zogen nun wieder auf. Erst prüfte der 'Rolls Reus' Pjatov mit einem Aufsetzer (54.), dann musste der Donezk-Schlussmann einen Schuss von Götze abwehren. Drei Minuten später unterlief Pjatov dann ein folgenschwerer Patzer. Er ließ einen eigentlich harmlosen Distanzschuss von Ilkay Gündogan nach vorne abprallen – Kuba bedankte sich und staubte zum 3:0 ab (59.).

Schwarz-Gelb nahm nun etwas den Fuß vom Gas und ließ die konsternierten Gäste kommen. So ergaben sich viele Räume für Konter. Götze, der vor Spielfreude nur so sprühte, tanzte sich in der 64. Minute mal wieder in den Strafraum von Donezk – nagelte den Ball dann aber in den Dortmunder Nachthimmel. In der 70. Minute erlaubte sich Klopp 'Kuba' Blaszczykowski für das bevorstehende Revier-Derby zu schonen. Kevin Großkreutz kam für den Polen in die Partie.

Schachtjor versuchte in der Schlussphase alles, um zumindest noch den Ehrentreffer zu erzielen. Doch Weidenfeller hatte etwas dagegen und entschärfte mit einigen starken Paraden alle brenzligen Situationen. Über 90 Minuten betrachtet, war Donezk in Dortmund praktisch chancenlos. Damit bleibt Dortmund im achten Spiel in der Königsklasse ungeschlagen. Europa ist gewarnt.