22. Mai 2019 - 16:01 Uhr

Kampfansage an die Bayern

Kurz nach dem Abpfiff der Bundesliga-Saison richtete der Vizemeister schon den Blick dahin, wo seine Zukunft liegt. "Borussia Dortmund gehört nach oben. Wir werden alles daran setzen, dass wir im nächsten Jahr wieder oben sind und am Ende Meister werden", schickte BVB-Kapitän Marco Reus eine Kampfansage an die Bayern.

Watzke: "Stehen erst am Anfang"

Schon beim gemeinsamen Abschied in die Sommerpause am Abend schworen sich die Dortmunder auf einen weiteren Versuch ein, den Serienmeister FC Bayern ins Wanken zu bringen. "Diese Saison ist eine Verpflichtung und eine Motivation, im nächsten Jahr einen noch besseren Kader zu haben", sagte Sportdirektor Michael Zorc nach dem 2:0-Sieg am letzten Bundesliga-Spieltag bei Borussia Mönchengladbach, das dem BVB nicht zum erhofften Meisterwunder verhalf, weil die Bayern zeitgleich Eintracht Frankfurt mit 5:1 abfertigten und sich den siebten Meistettitel in Folge unter den Nagel rissen.

Bei aller Enttäuschung über das ausgebliebene Happy End einer eigentlich famosen Spielzeit stimmte auch Club-Boss Hans-Joachim Watzke in den schwarz-gelben Attacke-Chor: "Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung und werden wieder angreifen."

Vize? Egal! Meisterliche Stimmung bei den BVB-Fans

Knackpunkte Schalke und Werder

Nationalspieler Reus brachte die Gemütslage aller Beteiligten auf den Punkt: "Man hat einfach das Gefühl, dass in dieser Saison mehr drin war." Ähnlich sah es Watzke: "Wenn wir ein Spiel mehr gewonnen hätten, wären wir Meister geworden."

Ein Leistungsabfall in der Rückrunde mit vielen individuellen Patzern und verschenkten Siegen brachte den Revierclub um den Lohn. Vor allem das 2:4 am 31. Spieltag im Revierderby gegen den FC Schalke 04 und das 2:2 in Bremen nach 2:0-Führung eine Woche später werden für lange Zeit in schmerzlicher Erinnerung bleiben. "Uns hat in gewissen Spielen die Erfahrung und vielleicht auch die Gier gefehlt", befand Leitwolf Reus, "in den entscheidenden Momenten waren die Bayern einen Tick besser."

Kaderplanung läuft auf Hochtouren

Und doch gab es wenig Gründe für Selbstzweifel. Schließlich gelang die drittbeste Punktausbeute der BVB-Historie. "Es hat uns nur wenig gefehlt, wir können sehr zufrieden sein", kommentierte Lucien Favre, "niemand hatte 76 Punkte für Dortmund in dieser Saison geplant."

Derweil laufen die Planungen zur Verbesserung der Schlagkraft auf Hochtouren. Die Verpflichtungen von Außenverteidiger Nico Schulz (Hoffenheim) und Thorgan Hazard (Mönchengladbach) gelten als ausgemachte Sache. Zudem halten sich die Gerüchte eines Wechsels von Nationalspieler Julian Brandt von Bayer Leverkusen zum BVB. Für Torhüter Roman Bürki ist das ein Grund mehr, zuversichtlich nach vorn zu schauen: "Wir werden schon bald eine neue Chance bekommen."