BVB-Bombenanschlag: Sergej W. gesteht und bestreitet Mordabsicht

Sergej W. hat den Anschlag auf den BVB-Bus gestanden - töten wollte er angeblich niemanden.
Sergej W. hat den Anschlag auf den BVB-Bus gestanden - töten wollte er angeblich niemanden.
© dpa, Bernd Thissen, bt htf

08. Januar 2018 - 10:20 Uhr

28-jähriger Sergej W. spricht erstmals vor Gericht

Im Prozess um den Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus hat der 28-jährige Sergej W. die Tat gestanden. "Ich bedauere mein Verhalten zutiefst", erklärte der Angeklagte vor dem Dortmunder Schwurgericht. Allerdings habe er die Dortmunder Spieler nicht töten wollen, um danach vom fallenden Kurs der BVB-Aktie zu profitieren. Sergej W. steht vor Gericht, weil er vor dem Champions-League-Spiel zwischen Dortmund und der AS Monaco drei Sprengsätze gezündet hat.

Anklage wegen 28-fachen Mordversuchs

Versuchter Mehrfachmord wegen Wertpapierspekulationen - die Anklage gegen Sergej W. klingt auch über ein Jahr nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund abenteuerlich. Der 28-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft versucht, die gesamte Mannschaft zu töten und mit Spekulationen auf einen Verfall der BVB-Aktie abzukassieren. Sergej W. gestand den Bombenanschlag, bestreitet jedoch die Absicht dahinter. Er habe einen Anschlag vortäuschen wollen und dafür die Sprengvorrichtungen "extra so konzipiert, dass keine Personenschäden zu erwarten waren." 

Die Staatsanwaltschaft hat den Deutschen mit russischen Wurzeln unter anderem wegen 28-fachen versuchten Mordes angeklagt. Bei dem Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus waren Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt worden.