Button Herrscher in den Ardennen - Desaster für Vettel, Schumi & Co.

Sebastian Vettel war beim Quali-Desater in Spa als Elfter noch bester Deutscher.
© REUTERS, FRANCOIS LENOIR

13. November 2012 - 15:18 Uhr

Jenson Button hat sich im Qualifying zum Belgien-GP zum großen Herrscher über Gas und Asphalt aufgeschwungen. Der McLaren-Pilot raste in den Ardennen in einem dramatischen Finish in 1:47,573 Minuten zur Bestzeit vor Sauber-Mann Kamui Kobayashi (1:47,871) und Pastor Maldonado im Williams (1:47,893) und feierte seine erste Pole nach zuletzt 60 Grands Prix ohne Platz an der Sonne.

Kimi Räikkönen (1:48,205) fuhr auf dem Circuit de Spa-Francorchamps die viertbeste Zeit vor Kobayashis Teamkollegen Sergio Perez (1:48,219). Der finnische Lotus-Pilot wird jedoch von Platz 3 ins Rennen gehen, da Maldonado wegen der Behinderung von Nico Hülkenberg im Force India um drei Startplätze strafversetzt wurde.

Fernando Alonso, der in Spa noch nie in der ersten Startreihe stand, machte seiner Tradition alle Ehre. Der WM-Führende landete im Ferrari mit einer Zeit von 1:48,313 auf Rang 6 vor Mark Webber (1:48,392) im Red Bull und Buttons Stallgefährte Lews Hamilton (1:48,538).

Für die deutschen Piloten endete das Qualifying bei strahlendem Sonnenschein und 18 Grad in den launigen Ardennen in einem historischen Desaster. Kein Einziger (!) schaffte es in die Top Ten – das gab es seit Einführung des dreigeteilten Quali-Modus' 2006 noch nie.

Vorjahressieger Sebastian Vettel landete im Red Bull als 'Bester' auf Platz 11 vor Nico Hülkenberg (Force India) und Michael Schumacher im Silberpfeil, der sich an seinem Jubiläumswochenende offenbar wieder zwischen wenig Licht und viel Schatten bewegt und sich seinen 300. Grand Prix wohl auch anders vorgestellt hat.

"Ich denke dass die deutschen Hoffnungen heute hier ins Wasser gefallen sind - bei Sonnenschein. Wir sind einfach zu langsam im Moment und das ist auch erklärbar: Wir haben keine Updates hier am Auto. Ob Punkte drin sind, muss man sehen. Man muss sich nur mal angucken, wer um mich herum steht, das sind ja alles keine Nasenbohrer", sagte der 43-Jährige.

Auch Vettel, der wegen der Strafversetzung Webbers um 5 Plätze von Platz 10 ins Rennen gehen wird, pflichtete dem Rekordweltmeister bei. "Wir waren zu langsam. Wir würden auch gerne wissen, warum", sagte Weltmeister Vettel mit gerunzelter Stirn. "Ich weiß, dass ich mich noch steigern kann, mit der Runde war ich zufrieden, aber ich war nicht schnell genug."

Rosberg stellt sich ganz hinten an

Noch bitterer verlief das Qualifying für Nico Rosberg. Der Mercedes-Pilot trödelte in den letzten Sekunden vor Ablauf von Q1 herum und wurde nur 18. "Das ist nicht lustig. Es ist ein schwieriges Wochenende. Das Problem ist, dass wir insgesamt nicht so schnell sind, auch mit einem super Start und einer super Strategie. Es kann sicherlich noch nach vorne gehen morgen, aber ob es für die Punkte reicht, ich weiß es nicht", sagte der 27-Jährige.

Da bei Rosberg nach der 3. Trainingssession zudem das Getriebe gewechselt werden musste, verliert der Schumi-Kollege wie schon beim Heimrennen auf dem Hockenheimring in der Startaufstellung 5 Plätze und geht somit von Platz 23 ins Rennen. Gute Nacht!

Auch Timo Glock schied bereits nach Q1 aus. Der Marussia-Pilot wurde 21. "Mir fehlt immer noch das Vertrauen ins Auto. Ich denke, es war aber ein Schritt in die richtige Richtung", so Glock.