Butter oder Margarine: Welches Streichfett ist gesünder?

In diesen Mengen ist Butter sogar gesund Dickmacher und gesundheitsschädlich? Von wegen!
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Dickmacher und gesundheitsschädlich? Von wegen!
In diesen Mengen ist Butter sogar gesund

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Butter oder Margarine: Welches Fett ist besser?

Bei der Frage "Butter oder Margarine?" scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf die "gute" Butter, die anderen verteufeln sie aufgrund des Cholesteringehalts. Nun haben US-Forscher die Butter aber von ihrem schlechten Ruf freigesprochen. Ein Team um Ernährungsforscher Dariush Mozaffarian von der Tufts-Universität in Boston hat neun Studien mit insgesamt über 630.000 Teilnehmern ausgewertet. Ihre Ergebnisse haben die Forscher nun im Fachmagazin 'Plos One' veröffentlicht. Demnach wirkt sich ein regelmäßiger Butterkonsum kaum auf die Gesundheit aus. Die Sterbewahrscheinlichkeit steigt nur geringfügig an, wohingegen das Diabetes-Risiko sinkt. Das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen wird nicht beeinflusst.

Generell gilt: Ob Sie zu Butter oder Margarine greifen sollten, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Entscheidung ist personenbezogen und hängt vor allem davon ab, wie sich der Einzelne darüber hinaus ernährt. Außerdem spielt der Gesundheitszustand eine wichtige Rolle.

Menschen, die an einer Fettstoffwechselkrankheiten leiden oder einen hohen Cholesterinwert haben, müssen sehr genau auf die Fettqualität achten. Für Gesunde macht es keinen großen Unterschied. Wenn man mit der Menge nicht übertreibt, kann man sowohl Butter als auch Margarine mit einem guten Gewissen genießen. Als unbedenklich gelten zehn bis 30 Gramm Butter oder Margarine pro Tag - das entspricht 1-2 Esslöffeln. In diesen Mengen kann Butter sogar vor Diabetes schützen. In ihrem Kaloriengehalt unterscheiden sich die beiden Streichfette kaum voneinander. Für die Figur spielt es also keine Rolle, wofür Sie sich entscheiden.

Auch Margarine ist mittlerweile (noch) besser als ihr Ruf!

Der größte Unterschied zwischen Butter und Margarine ist ihr Ursprung und damit ihre Zusammensetzung. Die Butter enthält tierische und die Margarine pflanzliche Fette. Pflanzliche Fette sind reich an ungesättigten Fettsäuren, die unser Körper selbst nicht herstellen kann und somit wie Vitamine über die Nahrung aufnehmen muss. Tierische Fette dagegen enthalten viele gesättigte Fettsäuren, die für die Gesundheit eher ungünstig sind. Milchfett hat aber gegenüber den Pflanzenfetten einen entscheidenden Vorteil; es ist bekömmlicher und besser verdaulich.

In der Vergangenheit hatte Margarine einen ziemlich schlechten Ruf, denn sie enthielt große Mengen Trans-Fettsäuren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Diese Trans-Fettsäuren entstanden durch einen Herstellungsprozess, der sich Fetthärtung nennt. Fetthärtung dient dazu, flüssiges Pflanzenöl, aus dem Margarine hergestellt wird, in eine streichfähige Konsistenz umzuwandeln. Dank der veränderten Rezeptur und der verbesserten Herstellungsverfahren ist in den letzten Jahren der Gehalt an Trans-Fettsäuren in den meisten Margarinesorten jedoch zurückgegangen. Generell sollte man darauf achten, dass etwa zwei Drittel des Fettes, das man zu sich nimmt, aus pflanzlichen Quellen stammt. Wer zum Kochen überwiegend pflanzliche Öle benutzt und gerne Nüsse, Samen (Sesam, Sonnenblumenkerne etc.), Oliven und Avocados isst, kann als Streichfett ohne Probleme Butter verwenden.

Wer jedoch auf fettreiche Wurst- und Käsesorten oder Sahnesoßen nicht verzichten möchte, sollte als Ausgleich Margarine aufs Brötchen schmieren.