Schwere Verbrennungen an Rücken und Ohr

Heftige Buschfeuer in Australien: Koala-Mama schützt ihr Baby vor Flammen

© Darren/Jimboomba Police

11. September 2019 - 10:24 Uhr

Buschfeuer in Australien: Rührendes Bild geht um die Welt

Nach den verheerenden Bränden im Amazonas hat es jetzt auch Australien erwischt: Seit Tagen wüten im australischen Outback in Queensland und New South Wales fast 100 Brände und zerstören die Lebensgrundlage von vielen Familien und Tieren. Eine Koala-Mama riskiert ihr eigenes Leben, um ihr Kleines vor den Flammen zu schützen - und wird zum Symbol dieser Katastrophe.

Wie eine Löwin schützt die Koala-Mama ihr Kleines vor den wütenden Flammen

Ihr Rücken und linkes Ohr sind völlig verbrannt. Die Schmerzen, die das Tier aushalten muss, sind kaum vorstellbar – ihrem Jungtier ist aber nichts passiert.

Wie der Nachrichtensender ABC berichtet, machten sich Freiwillige und Feuerwehrleute auf die Suche nach Tieren, die vor den Flammen fliehen mussten. Denn die Brände zerstören wie im Amazonas die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

Bei ihrer Suche entdeckten die Helfer die Koala-Mama, die ihr Baby schützend in den Armen hielt. Während die Flammen ihr selbst fürchterliche Wunden zugefügt haben, ließ sie ihr Kleines nicht los.

Buschfeuer in Australien: Koala-Mama und Baby wurden sofort ärztlich versorgt

"Alles um sie herum war komplett verbrannt", erzählte Feuerwehrmann Peter Waugh der Zeitung "The Beaudesert Times". "Wir fanden sie, als sie über ihrem Nachwuchs lag, als wolle sie ihn wiegen."

Sofort wurden die beiden Tiere zum RSPCA Queensland Wildlife Krankenhaus gebracht, um sie ärztlich zu versorgen. Bei der selbstorganisierten Rettungsaktion wurden zudem mehrere Pferde, Alpakas und Rinder in Sicherheit gebracht.

Buschfeuer in Australien: Furcht vor „Brandsommer“

Australien hatte einen äußerst warmen und trockenen Winter hinter sich. Dennoch sind diese gravierenden Buschfeuer zum Frühlingsanfang sehr ungewöhnlich: "Wir haben niemals solch eine Brandgefahr so früh nach dem Ende des Winters gesehen", sagte Andrew Sturgess von der Queensland Feuerwehr laut ABC Reportern in Brisbane. "Das ist ein Zeichen, wenn Sie wollen, eine Warnung vor einem Brandsommer, den wir wahrscheinlich in den südöstlichen Teilen des Staates erleben werden - in den trockensten Teilen des Staates, wo die meisten Menschen leben."

Jackie Trad, die stellvertretende Regierungschefin von Queensland, bezeichnete diese früh beginnende Feuer-Saison als "nie dagewesen und historisch". Wissenschaftler hatten als Folge des Klimawandels vor häufigeren und heftigeren Bränden gewarnt. Mehr als 20 Häuser und Farmen wurden den Angaben der australischen Behörde zufolge bereits zerstört. Berichte über Tote gab es zunächst nicht.