Rechtsanwältin erklärt

Bus und Bahn fallen wegen Streik aus: Das müssen Arbeitnehmer jetzt wissen

Wer zu spät zur Arbeit kommt, ist selber Schuld.
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29. September 2020 - 8:58 Uhr

Bundesweite Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr

Für Pendler kann es am heutigen 29. September stressig werden: Die Gewerkschaft Verdi hat für den Tag zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. In vielen Städten bleiben Bus und Bahn sogar den ganzen Tag im Depot. Was Arbeitnehmer jetzt beachten müssen, erklärt Rechtsanwältin Nathalie Oberthür aus Köln.

Arbeitnehmer trägt das Wegerisiko

Wer deswegen zu spät zur Arbeit kommt, riskiert Sanktionen. "Der Arbeitnehmer ist derjenige, der das Wegerisiko trägt", sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln.

Wenn ein Streik angekündigt ist, heißt das also für Pendler: Nicht auf Bus und Bahn verlassen, sondern Alternativen suchen. So werden zum Beispiel die Regional- und S-Bahnen nicht bestreikt.

Eine Verspätung wegen eines Streiks sei nur dann legitim, wenn es sich um eine plötzliche Arbeitsniederlegung handelt, von der niemand vorab gewusst hat, so die Rechtsanwältin. Dann haben die Arbeitnehmer zwar ebenfalls keinen Anspruch auf Gehalt - riskieren aber wenigstens keine Abmahnung.

Ansonsten sei eine Verspätung nur zu rechtfertigen, wenn es unverschuldete persönliche Gründe gäbe - etwa ein kaputtes Auto oder die Erkrankung eines Kindes

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Quelle: DPA / RTL.de