Burundi: Drei Tote nach Ausschreitungen vor Parlamentswahl

Angesichts der umstrittenen Parlamentswahl kommt es im ostafrikanischen Burundi immer wieder zu heftigen Protesten.
Angesichts der umstrittenen Parlamentswahl kommt es im ostafrikanischen Burundi immer wieder zu heftigen Protesten.
© REUTERS, GORAN TOMASEVIC

29. Juni 2015 - 12:20 Uhr

Immer wieder Proteste gegen Staatsoberhaupt Nkurunziza

Vor der Parlamentswahl im ostafrikanischen Krisenland Burundi sind in der Hauptstadt Bujumbura drei Menschen getötet worden. Zwei Opfer, die bei einem Granatenangriff umgekommen seien, seien Zivilisten gewesen, sagte Pierre Claver Mbonimpa von der Menschenrechtsorganisation APRODH. Bei dem dritten Todesopfer handle es sich um einen Soldaten. Er sei bei dem Versuch erschossen worden, einen Kollegen festzunehmen, der eine Granate auf ein Haus geworfen habe.

In dem ostafrikanischen Land ist es in den vergangenen zwei Monaten immer wieder zu Ausschreitungen gegen Staatsoberhaupt Pierre Nkurunziza gekommen, der bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen am 15. Juli eine dritte Amtszeit anstrebt. Die Opposition hält sein Ansinnen für verfassungswidrig und boykottiert die Parlamentswahl an diesem Montag.

Wegen der Proteste gegen Nkurunziza waren die ursprünglich für den 5. Juni geplante Wahl auf internationalen Druck verschoben worden. Die Regierungspartei CNDD-FDD und ihr Bündnispartner, UPRONA, haben zusammen 98 der 106 Parlamentssitze inne. Viele Einwohner der Hauptstadt sind bereits in Nachbarländer geflohen, um der Gewalt zu entkommen.