30. September 2017 - 15:41 Uhr

Burka, Nikab und sogar Atemmasken sind verboten

Ab dem 1. Oktober ist es soweit: Dann müssen muslimische Frauen in Österreich ihren Gesichtsschleier ablegen, wenn sie in die Öffentlichkeit gehen. Wer weiterhin mit Burka oder Nikab oder auch nur mit einer Atemmaske auf der Straße herumläuft, riskiert eine Geldstrafe von 150 Euro.

Im schlimmsten Fall droht sogar eine Festnahme

In Frankreich und Belgien herrscht bereits Burkaverbot, jetzt zieht auch die Alpenrepublik nach. Ab dem 1. Oktober ist dort das Verhüllen des Gesichts verboten, dass soll aus Sicht der Politik für mehr Sicherheit im Land sorgen und zum Schutz der Frauen vor Unterdrückung beitragen.

Wer trotzdem vollverschleiert oder vermummt auf die Straße geht und von der Polizei erwischt wird, muss seinen Schleier ablegen. Wer der Aufforderung nicht nachkommt, werde zur Feststellung der Identität mit auf die Wache genommen, sagte ein Polizeisprecher. "Am Schluss kann durchaus eine Festnahme stehen." Die Wache müsse in jedem Fall unverschleiert wieder verlassen werden.

Muslime halten Burkaverbot für sinnlos

Auch Masken aller Art sind nur noch während der Faschingszeit erlaubt. Atemschutzmasken, die besonders bei Touristen aus Asien beliebt sind, werden in Österreich in der Öffentlichkeit nur noch toleriert, wenn der Träger ein ärztliches Attest vorlegen kann, oder wenn es eine behördliche Warnung vor Infektionen oder Smog gibt.

Bei Musliminnen stößt das Burkaverbot auf völliges Unverständnis. "Wir haben zwar keine Sympathie für den Gesichtsschleier, aber wir sind trotzdem entschieden gegen ein Verbot", sagte die Frauenbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Carla Amina Baghajati. Das Verbot sei für die Integration nicht förderlich. "Es könnte unter Moslems eine Jetzt-Erst-Recht-Stimmung entstehen", meinte Baghajati.

Burkaverbot trifft vor allem Touristen

Betroffen sind in Österreich ohnehin nur ein paar Dutzend einheimische Frauen, die sich komplett verschleiern würden. Keine der Frauen, die sie kenne, trage die Burka gezwungenermaßen, erklärte die Frauenbeauftragte. Bei den meisten handle es sich ohnehin um Österreicherinnen, die zum Islam konvertiert seien, erklärte, meinte Baghajati. Da stelle sich die Frage der Integration gar nicht. Das Verbot treffe also vor allem Touristinnen aus dem arabischen Raum.

In Deutschland gibt es bisher kein generelles Burkaverbot. Der Bundestag beschloss im April nur ein sehr eingeschränktes Verbot. So dürfen Beamtinnen und Soldatinnen seit Juni während der Arbeit ihr Gesicht nicht verschleiern. In Bayern gilt dieses Verbot auch für Lehrerinnen, Erzieherinnen und Professorinnen.