RTL News>News>

Bundeweite Razzia wegen Kinderpornografie: 65 Verdächtige im Visier

Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Bundeweite Razzia wegen Kinderpornografie: 65 Verdächtige im Visier

26.01.2021, Nordrhein-Westfalen, Herdecke: Polizisten stehen während einer Razzia wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornograhie an einem Wohnhaus. Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit einer bundesweiten Razzia gegen 65 Verdächtige v
Bundesweite Razzia gegen Kinderpornografie - 65 Verdächtige
alex talash gfh, dpa, Alex Talash

Kindesmissbrauchskomplex Bergisch Gladbach zieht weitere Kreise

Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit einer bundesweiten Razzia gegen 65 Verdächtige vorgegangen, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen – darunter zwei Frauen. Mehr als 1.000 Beweismittel sind bereits sichergestellt worden. Dabei kamen auch Datenspeicher-Spürhunde zum Einsatz. Die Verfahren haben sich demnach aus den Ermittlungen rund um den Kindesmissbrauchskomplex Bergisch Gladbach ergeben.

Razzien in zehn Bundesländern

Unter Führung der zuständigen Kölner Ermittler durchsuchten Polizisten am Dienstagmorgen erneut Dutzende Wohnungen. Dabei versuchte ein Tatverdächtiger zu fliehen. Ein 13-jähriges Kind wurde wegen “unklarer Wohn- und Familienbeziehungen“ in Obhut des Jugendamtes genommen. Es befand sich aber nicht in unmittelbarer Gefahr. Bei zwei Verdächtigen stellte die Polizei Waffen und Munition sicher, die nicht in rechtmäßigem Besitz waren. Laut den Ermittlern gibt es keine Hinweise, dass aktive Missbrauchstäter unter den Verdächtigen sind. Haftbefehle wurden nicht ausgesprochen.

Die Schwerpunkte der Durchsuchungen lagen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen. Insgesamt waren zehn Bundesländer betroffen. Alleine in NRW haben die Behörden 21 Objekte durchsucht. “Eine erste Sichtung und Bewertung sichergestellter Beweismittel in den am Einsatz beteiligten Polizeibehörden ist bereits angelaufen“, teilten die Ermittler mit. “Die Täter sollen wissen, dass wir alle Register ziehen“, gab die zuständige Oberstaatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz bekannt.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformfacebook, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Der Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Bei der Razzia handelte es sich um den zweiten bundesweiten Großeinsatz der Ermittlungsgruppe im Fall Bergisch Gladbach. Vergangenen September hatte die Polizei in zwölf Bundesländern mit rund 1.000 Einsatzkräften 60 Anschriften von rund 50 Beschuldigten durchsucht.

In ersten Prozessen in dem Missbrauchskomplex sprachen Gerichte hohe Haftstrafen aus. Ein 43-Jähriger wurde im vergangenen Oktober in Köln zu 12 Jahren Haft verurteilt. Der Mann aus Bergisch Gladbach gilt als Schlüsselfigur in dem Netzwerk. Das Landgericht Wiesbaden verurteilte Anfang November einen 39-Jährigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu 13 Jahren Haft .

Insgesamt haben die Behörden bereits 330 Beschuldigte identifiziert und 51 Kinder befreit. Sieben Personen sind aktuell angeklagt, zehn Urteile gefällt.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Unmengen kinderpornografischer Daten

Die Besondere Aufbauorganisation “Berg“ der Kölner Polizei ermittelt seit Oktober 2019. Im Haus des Mannes aus Bergisch Gladbach waren damals Unmengen kinderpornografischer Daten gefunden worden. Über ihn stießen die Ermittler auf Hunderte weitere Verdächtige. Die Polizei arbeitet mit der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Kölner Staatsanwaltschaft zusammen.