Corona und der Einzelhandel

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will Innenstadt-Sterben verhindern

Leerstand in Hofgeismar
© dpa, Uwe Zucchi, cch nwi

03. August 2020 - 10:59 Uhr

Altmaier setzt auch auf Online-Shopping

Kleine Läden in den Innenstädten haben es nicht leicht, viele Innenstädte veröden, es gibt Leerstände: Corona hat die Situation vieler Einzelhändler noch einmal verschärft. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will das Sterben kleiner Läden in den Innenstädten verhindern – und setzt dabei auch auf Online-Shopping.

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"Wir müssen Konzepte zur Wiederbelebung der Innenstädte entwickeln"

ARCHIV - 28.07.2020, Berlin: Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, spricht bei einem Interview mit der dpa auf der Terrasse vor seinem Büro im Ministerium. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Peter Altmaier si
Peter Altmaier: „Wir wollen verhindern, dass es zu einem Sterben der Geschäfte in den Innenstädten kommt.“
© dpa, Michael Kappeler, mkx hpl pil

"Wir müssen Konzepte zur Wiederbelebung der Innenstädte entwickeln", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen verhindern, dass es zu einem Sterben der Geschäfte in den Innenstädten kommt." Dabei setzt er vor allem auf Digitalisierung, um Einzelhändler zu stärken und das Shoppen und Verweilen für Kunden in den Stadtzentren attraktiver zu machen.

"Jetzt kommt es weniger darauf an, immer neues Geld zu verteilen, sondern darauf, die Attraktivität der Innenstädte zu stärken", sagte Altmaier mit Blick auf Forderungen, Konsumgutscheine auszugeben. Die Absenkung der Mehrwertsteuer bis Ende des Jahres wirkt nach seiner Beobachtung und trägt dazu bei, dass vor allen Dingen Investitionen in höherwertige Konsumgüter vorgezogen werden. (Wo Kunden mit der Mehrwertsteuer sparen können, haben wir hier für Sie ausgerechnet)

Altmaier will mit Beteiligten Konzept erstellen

Die Deutschen shoppen seit der Corona-Pandemie mehr online – und daran will Altmaier auch die kleinen Läden beteiligen. "Wir müssen den Geschäftsinhabern in den Innenstädten dabei helfen, ihre Kundenbeziehungen so zu digitalisieren, dass es auch den Modeläden und Schuhgeschäften zugute kommt", sagte er. "Wenn zum Beispiel ein Kunde ein Marken-Hemd online bestellen möchte, sollte er das nicht unbedingt beim Hersteller tun müssen, sondern die Möglichkeit haben, zum gleichen Preis auch über den Einzelhändler seiner Wahl online zu kaufen."

Er halte es auch für wichtig, unter Einsatz von digitalen Angeboten Stadtteilkonzepte zu entwickeln, die beispielsweise an Wochenenden dazu führten, dass die Stadt von den Menschen als "Erlebnisraum" wahrgenommen werde, so der Minister. Das eröffne dann auch der Gastronomie neue Möglichkeiten.

Altmaier kündigte an, Anfang September die Beteiligten an einen Tisch zu laden, "um über die wirtschaftlichen Chancen von Digitalisierung für Innenstädte, für Einzelhändler, für die Gastronomie zu sprechen". Der Bund müsse bereit sein, "notwendige Maßnahmen gemeinsam mit Kommunen und Ländern noch stärker zu unterstützen»"

Handelsverband: Corona könnte 50.000 Standorten die Existenz kosten

Der Präsident des Handelsverbandes HDE, Josef Sanktjohanser, hatte erklärt, die Corona-Krise werde den Handelsunternehmen abseits des Lebensmittelhandels voraussichtlich Umsatzeinbußen von 40 Milliarden Euro bringen. Dies könne 50.000 Standorte in Deutschland die Existenz kosten: "Wenn schon die erste Welle der Pandemie solch dramatische Folgen im Handel hervorruft, möchte ich mir eine zweite nicht vorstellen", sagte er.

Viele Händler hätten bei erneuten Einschränkungen oder gar einer zweiten Lockdown-Phase keine Chance mehr, der Insolvenz zu entgehen.

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