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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet mit langer Corona-Krise

17. März 2020 - 13:06 Uhr

Wirtschaftsminister zur Corona-Krise: Wir müssen geduldig sein

Ein Land im Stillstand, und das wird auch lange so bleiben. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnt davor, auf ein schnelles Ende der Corona-Krise zu hoffen.

Neuinfektionen bis Ende Mai

"Ich gehe davon aus, dass wir sicherlich den ganzen Monat April und den ganzen Monat Mai mit den Folgen zu tun haben", sagte der CDU-Politiker der RTL/ntv-Redaktion. Es werde in dieser Zeit noch eine "erhebliche Zahl von Neuinfektionen" mit dem Coronavirus geben.

"Deshalb würde ich niemandem raten, darauf zu setzen, dass das in acht Tagen wieder vorbei ist." Japan und Südkorea hätten bemerkenswerte Erfolge im Kampf gegen das Virus erzielt. "Das zeigt, man kann diese Krise in den Griff bekommen, aber das ist auch eine Geduldsfrage."

Jetzt muss schnell überwiesen werden

Altmaier versprach, Hilfen für Unternehmen "praxisorientiert" bereitzustellen. Gelder, Kredite und Bürgschaften müssten jetzt schnell bereitgestellt werden. "Wir haben nicht Wochen, wir haben Tage, damit das alles steht", sagte Altmaier. "Ich hoffe und erwarte mir auch, dass alle ihren Beitrag leisten, dass wir so schnell wie möglich Geld auch überweisen können", sagte Altmaier.

Kleine und mittlere Unternehmer warteten jeden Tag auf das Geld. Die Regierung habe deshalb auch die Insolvenzfristen verlängert. "Das ist ganz wichtig, damit Menschen, denen ohnehin geholfen wird, aber vielleicht nicht am selben Tag, sondern ein, zwei Tage später, nicht in die Bredouille kommen."

Wir bleiben eine Marktwirtschaft

Altmaier bestätigte die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Bundesregierung an einem Härtefallfonds arbeite. "Das heißt, dass man in bestimmten Fällen diejenigen, die von den genannten Regelungen nicht erfasst sind, helfen kann", sagte Altmaier.

Dass der Staat bei strauchelnden großen Unternehmen durch Teilbeteiligungen einsteigt, will der Bundeswirtschaftsminister weiterhin vermeiden. "Wir hoffen und setzen darauf, dass wir als Marktwirtschaft durch diesen Prozess durchkommen, denn das war ja das Erfolgsrezept der letzten 70 Jahre."