19. Mai 2019 - 17:52 Uhr

Demo für ein freies Europa

Am 26. Mai ist Europawahl, und viele befürchten einen Aufschwung der Rechtspopulisten. In sieben deutschen Städten sind deshalb Zehntausende auf die Straßen gegangen, um ein Zeichen für Europa zu setzen. Egal ob Schüler, Familienväter oder Großmütter. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind gegen rechts. Der ganz große Ansturm blieb aber aus. Mehr dazu im Video.

Veranstalter sprachen von 150.000 Teilnehmern

DEU, Deutschland, Stuttgart, Baden-Württemberg, 19.05.2019: Pro Europa - Großdemonstration in Stuttgart des Bündnis Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus. Zur Demonstration rief ein Bündnis aus insgesamt 57 Organisationen auf. *** DE
In ganz Deutschland sollen rund 150.000 Menschen auf die Straße gegangen sein.
© imago images / Arnulf Hettrich, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Eine Woche vor der Europawahl haben bei bundesweiten Großdemonstrationen viele Zehntausend Menschen für die europäische Einigung und gegen Nationalismus demonstriert. Die Veranstalter sprachen am Sonntag von 150.000 Teilnehmern in ganz Deutschland. Allein die nach ihren Angaben größte Veranstaltung in Köln bezifferten sie auf 45.000 Teilnehmer, andere Beobachter gingen eher von 20.000 aus. Auch für andere Orte schätzten Polizei oder Beobachter die Zahlen teilweise geringer ein. 

Zu den Kundgebungen unter dem Motto "Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus" hatten mehr als 70 Organisationen und Verbände aufgerufen, darunter Greenpeace, Attac und Pro Asyl. In ganz Europa sollte ein Zeichen gegen den internationalen Rechtsruck und für ein Europa der Menschenrechte, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und des Klimaschutzes gesetzt werden.

Maas: "Macht mit, seid laut!"

19.05.2019, Nordrhein-Westfalen, Köln: Menschen stehen bei einer Demonstration für Europa an der Deutzer Brücke. Die bundesweiten Demos sollen vor der Europawahl am 26. Mai ein Zeichen gegen den internationalen Rechtsruck und für ein Europa der Mensc
Auch in Köln gingen Zehntausende auf die Straßen.
© dpa, Roberto Pfeil, rp htf

Die anstehende Europawahl sei eine "Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union", hieß es in dem Aufruf. Am Sonntagmorgen rief unter anderen Bundesaußenminister Heiko Maas zur Teilnahme an den Demonstrationen auf. "Macht mit, seid laut! Wir sind die Mehrheit, nicht die Ewiggestrigen und Nationalisten", schrieb er auf Twitter.

Nach den Eröffnungsreden zogen die Demonstranten mit Schildern, Luftballons, Fahnen und Transparenten durch die Innenstädte. Viele schwenkten Europaflaggen. In Leipzig war die Aufforderung "Wofür stehst Du? Zeig Haltung! Geh wählen!" auf den Asphalt gesprüht.

Weniger Teilnehmer als geplant

DEU, Deutschland, Stuttgart, Baden-Württemberg, 19.05.2019: Pro Europa - Großdemonstration in Stuttgart des Bündnis Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus. Zur Demonstration rief ein Bündnis aus insgesamt 57 Organisationen auf. *** DE
Der ganz große Ansturm blieb aber aus.
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In Köln war Werner Uerdingen aus Leverkusen mit einer großen Europaflagge zum Kölner Dom gekommen. "Ich bin jetzt im 66. Lebensjahr, kenne keinen Krieg", sagte er. "Ich möchte, dass mein Enkelchen auch die nächsten 60 Jahre Frieden in Europa hat. Und wenn wir jetzt heute nicht dafür sorgen - unter anderem mit dieser Veranstaltung - sehe ich ganz schwarz, wenn die Nationalisten und Populisten da Mehrheiten bekommen im Europaparlament."

Die mit 50.000 Teilnehmern bundesweit größte Veranstaltung war eigentlich in Berlin erwartet worden. Dort blieb es aber nach Veranstalterangaben bei 20.000. In München waren laut Polizei rund 10.000 Menschen auf der Straße, die Veranstalter meldeten doppelt so viele. In Frankfurt waren 14.000 (Polizei) bis 16.000 (Veranstalter) auf der Straße, in Hamburg 10.000 (Polizei) bis 15.000 (Veranstalter).