Bundeswehr überprüft Moorbrand bei Meppen: Wurde eine radioaktive Strahlung freigesetzt?

5. Oktober 2018 - 20:33 Uhr

War der wochenlange Moorbrand im Emsland doch gefährlicher als gedacht?

Mehr als vier Wochen nach dem Ausbruch des Brandes auf dem Gelände bei Meppen prüft die Bundeswehr nun, ob das Feuer radioaktive Strahlung und Quecksilber freigesetzt hat.

Neue Spezialisten aus Süddeutschland vor Ort

Spezialisten der Bundeswehr untersuchen derzeit Boden, Luft und Wasser nach Spuren von radioaktiver Strahlung und Quecksilber. Das bestätigte die Bundeswehr der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Hintergrund der Untersuchungen ist laut dem Zeitungsbericht, dass auf dem Gelände möglicherweise uranhaltige Nato-Munition sowie quecksilberhaltige Sprengkörper der Nationalen Volksarmee der DDR verschossen wurden. Die Giftstoffe seien möglicherweise jetzt durch den Moorbrand freigesetzt worden. 

Auf dem Gelände im Emsland wird seit der Kaiserzeit Munition getestet. Weder ist bekannt, welche Waffen in all den Jahren genau verschossen wurden, noch gibt es zuverlässige Karten mit der Lage von Blindgängern oder ein vollständiges Altlastenverzeichnis.

Bundeswehr: Es besteht keine Gesundheitsgefahr

Laut Verteidigungsministerium handelt es sich bei der Messung allerdings nur um eine rein vorsorgliche Maßnahme. Es gebe keine akuten Hinweise auf radioaktive Strahlung oder erhöhte Quecksilberbelastung, sagte Ministeriumssprecher Jens Flosdorff. 

Am 3. September hatte die Bundeswehr bei einer Übung rund 800 Hektar Torf in Brand gesetzt. Laut dem Naturschutzbund sollen 500.000 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt worden sein. Die Rauchwolke zog bis zum Steinhuder Meer.

Bundeswehr in der Kritik: Einige Messungen sollen nie durchgeführt worden sein

Die Bundeswehr betonte immer wieder, dass keine Gesundheitsgefahr bestehe. Auch das niedersächsische Innenministerium ließ mitteilen, dass Messungen im Umfeld des Brandes kein Überschreiten von Grenzwerten gezeigt hätten, die auf eine akute Gesundheitsgefahr hindeuten. 

Doch am Donnerstag ist bekannt geworden, dass einige Luftmessungen, auf die sich Bundeswehr und Landkreis bezogen hatten, nie durchgeführt wurden. Nun steht erneut die Frage nach einer Gefährdung der Einsatzkräfte und Anwohner im Raum.

Als Reaktion darauf forderte der brandschutzpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Christian Meyer, eine Entschuldigung von der Landesregierung für die Täuschung von Anwohnern und Rettungskräften sowie einen Gesundheitscheck der Einsatzkräfte.